Ein Weißburgunder, der einen Vergleich mit einigen 1er Crus aus dem Burgund nicht scheuen muss! Wird nicht im Barrique, sondern im größeren 500er Tonneau ausgebaut. Das passt etwas besser zur Rebsorte, die gelbe Frucht kommt da deutlich besser zum tragen, die Weißburgunder sind generell etwas offener und charmanter als die ultrapräzisen Chardonnays von Johannes Jülg. Der Pfarrwingert Lage befindet sich auf deutscher Gemarkung, ein Süd-Ost-Hang. Reiner Kalkstein. Es ist die nördlichste Burgunderlage, recht hoch gelegen direkt unter dem Pfälzer Wald. Dadurch wirken die Weine niemals überhitzt, sondern haben immer eine klare Linie und Präzision. Die Nase zeigt sich wunderbar offen, gelbsaftig, reife aber keine überreifen Pfirsiche. Ganz dezente Zitrusanklänge. Eine feinrauchige Reduktion und zarte Holztöne geben zusätzliche Komplexität und bilden einen schönen Rahmen. Am Gaumen dann unglaublich animierend mit feinziselierter Säurestruktur, aber der Wein definiert sich auch über eine schicke, griffige Gerbstoffstruktur. Wieder saftiger Pfirsich und reife Zitronen. Erinnert am ehesten an südliches Burgund in dieser Stilistik. Lang, mundwässernd-salzig mit kalkigem Nachhall, abgerundet durch eine cremige Hefenote im Abgang. Ein großartiger Weißburgunder aus erster Lage.