Der »KT« wächst im französischen Teil »Kostert« der Lage Sonnenberg, also tatsächlich zu 100 Prozent in Frankreich. Kalkstein, Ton und Mergel als Untergrund. Eine etwas flachere Lage, die immer fleischigere, vollere Weine hervorbringt. Selektive Handlese, Spontangärung im Holzcuve, 18 Monate Ausbau in Barriques mit erster bis dritter Belegung, dann unfiltriert abgefüllt. Immer vollständig entrappt, aber mit viel Pigeage, also Unterstoßen, weil für Johannes Jülg Struktur und Tannin schon Kernelemente sind. Er sucht aber eine andere Herangehensweise, bringt das Tannin durch die Kerne und durch etwas erhöhte Neuholzanteile. Rappen sind nicht sein Ding, er will die pure Beerigkeit und den Sexappeal behalten. Im direkten Vergleich zum KB ist das jetzt wieder deutlich dunkler. Sowohl in der Frucht, als auch in der Mineralität. Reife Schwarze Kirsche mit Schlehe, Heidelbeere und Zwetschge. Dezent floral, Veilchen, untermauert von schwarzem Gestein. Dezente Reduktion auch. Herbe Holunder und fleischiger, roter Pfirsich dazu. Am Gaumen mit fester Struktur, feinblättriger Mineralität von Graphit, aber auch hellen, kalkigen, durchaus salzigen Akzenten. Großartige Länge. Der feine Tanninteppich belegt den Mundraum, es ist aber reifes, sehr feinkörniges Tannin. Das ist wirklich enorm guter Stoff und ein weiterer Beweis dafür, dass Jülg in Deutschland ganz weit vorn in Sachen Pinot mitspielt. Sehr schön.