Seit 2020 hat der Tausendsassa JM Vincent das Experiment gestartet, er hat rund 3 Prozent Chardonnay in die Gärung des Beaurepaire Rouge dazu zu geben, um mehr Farbstabilität und Frische zu erhalten. Recht hohe Ganztraubenanteile in der Gärung. Eine sehr sanfte Extraktion, sehr wenig unterstoßen, ungefähr drei bis vier Wochen, also schon eine lange, aber ganz zarte Mazeration. Herzkirsche und Sauerkirsche vereint, sehr hell und strahlend, sehr blumig, Rosenblätter und roter Tee. Süßer, konzentrierter Kirschmund mit sehr feiner Himbeere an den Seiten, zart und doch so druckvoll und intensiv. Für einen Santenay 1er Cru ist das ein atemberaubend hohes Niveau, aber es ist auch eine der besten Lagen der Gemeinde. Dennoch gibt es in Santenay keinen anderen, der so viel elegante Power rausholt wie JM Vincent.
2024 markiert die Rückkehr zu einem sehr klassischen, fast schon nostalgischen Stil. Die Weine sind deutlich kühler, straffer und mineralischer als in den Vorjahren. Mit moderaten Alkoholgraden zwischen 12 % und 13 % vol. erinnert der Jahrgang an die »gute alte Zeit« des Burgunds. Besonders die Weißweine bestechen durch einen laserartigen Fokus und eine berstende, kristalline Mineralität, die an das exzellente Jahr 2014 erinnert. Ein Jahrgang für Puristen, die Struktur und Kante über cremigen Charme stellen. Der Jahrgang 2024 war ein hartes Stück Arbeit für die Winzer. Starke Frostschäden und ein sehr regenreiches Frühjahr und massiver Mehltaubefall führten zu drastischen Ertragseinbußen, besonders an der Côte de Nuits. Ein »goldener September« rettete zwar die Qualität der verbliebenen Trauben, doch die Mengen bleiben extrem klein. Die Qualität variiert stark je nach Lage und Geschick des Winzers. Wer jedoch bei den Top-Produzenten fündig wird, erhält tiefgründige, charakterstarke Weine von großer Eigenständigkeit und Raritätswert.