Kurze Maischestandzeiten von ein paar Stunden, dann ziemlich cloudy von der Presse direkt in die Fässer und 100 Prozent spontan vergoren. Ausbau in Barriques und 500 Liter Fässern, bis August des Folgejahres bleiben die Weine auf der vollen Hefe liegen. Erst zur Abfüllung bekommen die Weine das erste Mal Schwefelzusatz, solange können sie sich frei entfalten. ,Im Zollturm hat Winzer Gernot Kollmann mittlerweile rund zwei Hektar Besitz, der Grand Cru kommt aber noch immer nur aus einem halben Hektar in Südexposition. Grauer Schiefer mit dunklen Anthraziten und hellen Quarziten, ein sehr komplexer Boden. Wir konnten im Sommer 2026 nochmal eine kleine Menge vom sagenhaften 2023er Jahrgang aus dem Keller des Weingutes nachkaufen. Sehr feine, saftige Nase mit Mirabellen, getrockneten und frischen Kräutern, Zitronentee und Melisse. Der Wein ist enorm konzentriert, liegt dicht und fast ölig im Glas. Das ist ein eleganter Powerwein mit hoher mineralischer Aufladung. Verdichtete gelbe Frucht, wieder Kräutersalz, Feuerstein. Eine köstlich schmelzige Textur. Das ist Riesling für Burgundertrinker, seidig, konzentriert und total entspannt, aber eben mit dieser intensiven, zupackenden Schiefermineralik unterlegt. Die 2023er sind absolut herausragend bei Immich und dieser Zollturm ist der beste Beweis.