Wie das meiste bei Sauer wird auch das GG im Edelstahl vergoren und ausgebaut, bleibt lange auf der Hefe liegen, wird teilweise auch ab und zu aufgerührt, um mehr reduktive Spannkraft reinzubringen. Die Großen Gewächse werden mittlerweile spontan vergoren bei Sauer und das setzt sich seit 2024 auch aromatisch deutlich durch. Die Weine sind sehr viel ruhiger und eleganter, gehen im Jungstadium schon deutlich mehr zum Bodenausdruck und weg von der überschwänglichen Exotik vergangener Jahre. Das ist kein Holzstil wie May oder Luckert, bei denen die Frucht durch Oxidation abgeschmolzen ist, wir bleiben schon in der Klarheit von Sauer, in diesem glockenhellen Stil. Aber, und das ist seit diesem Jahr spürbar anders, wir gehen direkt in den Bodenausdruck, in die Erdigkeit und den Kalkstein, die Frucht ist karger, helltöniger, in der Jugend deutlich wilder und mineralgetriebener als die fruchtigeren Weine von früher. 2025 hat eine zarte Reduktion entwickelt im Ausbau, geht zum grünen Speck, etwas Rauch, weiße und schwarze Johannisbeere. Er hat einen dunkelmineralischen Eindruck durch die Rauchigkeit, die einen schönen Kontrast zur hellen Aromatik vom Kalkstein bildet. Obwohl 2025 so ein im Grunde heißes Jahr war, wirkt der Wein verblüffend kühl und elegant, sehr ruhig. Ein bisschen wie die Mischung aus 2016 und 2015, also harmonische und dabei sehr steinig-wilde Elemente. Sandra Sauers Weine werden immer anspruchsvoller in ihrem Charakter, der Wein wird sicher eine sehr spannende Entwicklung nehmen die nächsten Jahre.