Familie Sauer hatte 2025 das ganz große Glück einer Eiswein-Lese im November – das ist perfekt. Da sind die Trauben noch in einem sehr gesunden Zustand mit relativ wenig Botrytis, dann ergibt das einen sehr klaren Eiswein-Charakter. Mit 230 Grad Oechsle früh am Morgen des 24. Novembers geerntet. Dementsprechend ist das ein glockenklarer Saft, wunderschön pur und kristallin, mit dichter, voluminöser Agrumenfrucht, kandierte Zitronenzesten, Salzkaramell, hochfeiner Beerenton, Jod, ein bisschen Heftpflaster hat er noch, aber das wird sich ausgehen. Im Mund enorm konzentriert, viel wuchtiger als man von der filigranen Nase erwarten würde, aber keineswegs fett, einfach nur wahnsinnig reich und intensiv. Und dann kommt die so geniale, feinziselierte Säurespur, die sich wie kleine Äderchen über die Zunge zieht und den Eiswein einfach davonfliegen lässt. Das ist eben die große Stärke des Eisweines im Vergleich zur daneben probierten Silvaner TBA, die bis ins Finale wuchtiger bleibt.