Der Escherndorfer Lump öffnet sich wie ein Parabolspiegel gen Süden und fängt das ganze Jahr über die Sonne ein. Der Steilhang mit Muschelkalkboden ist perfekt vor kühlen Nordwinden geschützt. Der Riesling wird spontan vergoren und vier bis fünf Monate auf der Hefe ausgebaut, komplett in Edelstahl. 2025 war eine der kleinsten Ernten überhaupt bei Familie Sauer. Die Saftausbeute der Trauben war sehr gering. Und der spätreifende Riesling kam eben in den großen Regen im September rein, dann haben die Trauben bei sehr hohen Temperaturen entsprechend durchgepowert. Das Ergebnis waren hohe Mostgewichte, volle Reife bei stabiler, saftiger Säure und sehr expressiver Aromatik. Trocken durchgegoren auf unter 3 g/l, das gibt diese wahnsinnige Spannung in den Wein, die eben nicht überlagert wird, sondern ganz unverfälscht den Muschelkalk auf die Zunge bringt. Helle, zitrische Frucht mit Granny Smith, Quitte, ein Touch weißer Pfeffer, schön straff und saftig. Während 2024 bei Sauer fast sogar etwas milder war, kommt 2025 mit Nachdruck und Schub aus dem Glas. Das hat richtig Zug und Power. Dieser Wein ist die frühere Spätlese trocken und hat entsprechend auch Gewicht im Mund, ist druckvoll und herbsaftig, mit kühler Mineralität. Einfach ein schicker Wein!