Biologische Weinbergsarbeit, Ganztraubeneinmaischung, nur kurze Standzeiten, komplett im Holz ausgebaut. Erst seit 2015 sagt Karsten Peter, dass er verstanden hat, den Weinberg zu bändigen. Der Wein war früher so extremistisch und karg, geradezu brutal in seiner Art. Aber jetzt hat er die Trinkbarkeit, die Balance gewissermaßen gefunden. Aber es war ein langer Lernprozess diesen extrem kargen Weinberg zu verstehen, der ja quasi nur aus Stein besteht. Der Name ist hier wirklich Programm, das ist alleine optisch schon ein Gesteinshammer. Sicher einer der beeindruckensten Weinberge Deutschlands, könnte auch in Chablis liegen. Die Nase des 2022ers ist kühl, steinig und rauchig. Es gibt hier nur wenig Raum für Frucht neben diesem kompakten, auf den Boden reduzierten Ausdruck. Ein Zusammenspiel verschiedenster Mineralgerüche, man kann es kaum auseinanderhalten. Der Mund ist konzentriert und fest, hat eine immense steinige Tanninstruktur, über die der Wein entlangläuft. Die Konstante ist das Gestein. Ehrlich gesagt genieße ich diesen Wein in seiner hammerharten Steinigkeit, aber irgendwo auch in der Jugend. Es ist ein bisschen ein Extremist, aber er hat halt doch genug Druck und seidigen Extrakt, um nicht brutal zu sein. Wie Karsten sagte, er hat irgendwo die Balance gefunden und das schmeckt man wirklich. Entgegen der etwas schlankeren Mosel, hat die Nahe schon ziemlich Druck und Kraft in 2022. 96-97+/100