Nach diesem Weinberg ist das Weingut benannt. Nur 200m von der Kupfergrube entfernt liegt der Hermannsberg, doch seine Böden und deren Charaktereigenschaften könnten nicht unterschiedlicher sein. Tonschiefer im Untergrund überweht von Löss, Melaphyr wurde vor über 100 Jahren während des Bergbaus in den Weinberg eingebracht. Ein Weinberg und ein Terroir, was in erster Linie zu Beginn verschlossene Weine hervorbringt. Nicht diese Offensichtlichkeit, nicht diese Umarmung der Kupfergrube, sondern hier kommen sehr reservierte, erhabene Weine. Natürlich auch hier biologische Weinbergsarbeit, Ganztraubeneinmaischung, nur kurze Standzeiten, Spontanvergärung, Ausbau im großen Holz. Nun ist es soweit, der Hermannsberg aus dem kühlsten Jahrgang der letzten Jahre ist endlich in der Pipeline. Nach den warmen und trockenen Vorjahren 2018 bis 2020, ist das ein anderer Charakter. Straffer, kühler, grünlicher, mit wahnsinnig viel Spannung und Elektrizität. Natürlich ist der Hermannsberg die eleganteste Lage hier, die feinste in der Regel. Aber die Pikanz von 2021 ist selbst hier deutlich spürbar. Grandiose Säurespur, mundwässernd, herrlich salzig, feinste Zitrus-Kräuter-Kombination mit Eisenkraut, Zitronenschale, Thai-Basilikum, Lemongrass. Was für ein Abgang! Mentholig-minzig ohne Ende. Das ist superstraff, aber aus dieser Großen Lage Hermannsberg eben mit genug Schmelz und Feinheit. Nicht die unglaubliche Ruhe von 2020, mehr Mineralschocker natürlich, der keine Gefangenen macht. Aber innerhalb des Kontextes des Jahrgangs ist das schon der erhabenere Wein neben dem Kupfergruben-Kracher.