Eine der spektakulärsten Weinbergslagen der Welt. Wie ein Amphitheater umschließt der rote Fels eine kleine Bühne auf der nur der Riesling so beeindruckend Ergebnisse bringt. Die Wurzeln wurzeln tief im Ryolithgeröll. Ständig kühler Luftzug in diesem Weinberg. Das Ryolithgeröll ist sehr harter Fels, fast an Feuerstein erinnernd. Porphyrmäßig. Direkt hinter den Reben fängt das Felsmassiv an und umschließt dieses Amphitheater und ist ein riesiger Wärmespeicher für die Reben. Die Weine werden spontan vergoren, die Weinbergsbearbeitung ist biologisch. Intensive Reduktion, ein karger Steinduft, der sich erst mit Luft immer weiter herausschält, Quittenbirne, schlanke Grapefruit, Pomelo, warme, tiefe Zitrusfrucht. Steinig-karg und doch hochintensiv am Gaumen. Nach dem kühlen, schlanken 2021 kommt der 2022er mit mehr Gerbstoffdruck, mehr Intensität in der Textur. Ein extremer Wein und doch lässt er einen nicht los in seiner packenden Art. Feine Tanninstruktur, enorme Konzentration, alle Regler auf rechts. Felsentürmchen von Dönnhoff oder Schäfer Fröhlich sind vergleichbar, was die Steinigkeit angeht. Karsten Peters Meisterwerk in Purismus und mineralischer Ausstrahlung. Der zweijährige Turnus tut diesem steinigen Monument mehr als gut, braucht viel Zeit in seiner Tiefe und Substanz, aber dann geht die Post ab. Gerade der Jahrgang 2022 braucht diese Zeit, um seine dichte Struktur zu verdauen.