Mengenmäßig eine kleine Ernte für Stefan Steinmetz, qualitativ ein sehr starker Jahrgang. Aber das Top-Material war eben recht wenig, weil auch viel ausgelesen werden musste. Oft konnte nur aus den guten Kernstücken der Parzellen noch lange genug hängen gelassen werden, die Seitenstücke sind zu schnell in die Botrytis abgerutscht, wenn man zu lange gewartet hätte, sodass daraus meistens Basiswein wurde. Die wenige Menge, die es in den großen Weinen gibt, ist also nur aus den absoluten Top-Stücken und daher weniger als sonst, aber eben sehr gutes Material. Die Säuren sind gar nicht so viel tiefer als in 2024 im Jahr 2025, teilweise sogar höher, sagt Stefan Steinmetz. Allerdings ist es eben mit deutlich mehr Druck und Fruchtfülle verpackt in diesem wärmeren Jahrgang. Das Treppchen ist sicher die spektakulärste Lage in Piesport. Ein extrem steiler Südhang mit silbrig-grauen Schieferverwitterungsböden. Sehr karg, die Erträge sind hier von Natur aus sehr niedrig, aber dafür kommen hier mit die ausdrucksstärksten und mineralischsten Rieslinge der Mittelmosel her. Stefan Steinmetz bewirtschaftet die steilsten Terrassen mit den ältesten Reben im Treppchen, im Schnitt rund 90 Jahre alt. »Von den Terrassen« ist ein echter Mineralhammer im Glas. Enorm viel Steinigkeit in der Nase, dunkle Schieferwürze, Bleistiftabrieb. Darunter Bergamotte und gelbes Steinobst, dunkle Beeren. Sehr dicht und konzentriert. Ein Feuerwerk im Mund, so viel Grip, fast ein bisschen Tannin. Unglaublich viel Pikanz, alles zieht sich zusammen. Wir haben hier im Mund auch einen leicht exotischen Einschlag mit grüner Mango und weißer Melone. Salziger Schub hinterher, viel Power und unendlich lang. Wow, das ist wirklich monumentaler Stoff, ich bin begeistert.