Lobenberg: Ein so archetypischer Moselriesling von einer der renommiertesten Lagen der Mittelmosel zwischen Piesport und Leiwen. Aus der Ecke bei Dhron haben wir noch keinen Wein im Programm bisher und mit Steinmetz jetzt wahrscheinlich den aktuell stärksten Winzer hier. Viel Mirabelle, Kumquat, etwas Orangenschale in der Nase, also schön reife, gelbfruchtige Aromen. Dazu diese typische Mosel-Schiefer-Untermalung. Hier wird schon die Stilistik von Stefan Steinmetz deutlich. Nicht kitschig-fruchtig, sondern elegant, in einem einzigartigen stilistischen Spagat aus Süffigkeit und Mineralprägung. Alles ist fein, eher leise in der Aromatik, aber doch kraftvoll dabei. Was für eine ungeheuerliche Tiefe dieser Stoff für den feinen Jahrgang aufspannt, ist schon mehr als erstaunlich. Eine immense Mineralität und Frische zeichnen sich am Gaumen ab. Hier haben wir einen schönen Mix aus reifer, saftiger Zitrone und Aprikose. Viel Schub und rassige Säurestruktur regen den Speichelfluss an. Das ist wirklich berauschender, packender Moselriesling in einer Dimension, die nicht viele erreicht haben im trockenen Wein in 2022. 96-97+/100