Grabenwerkstatt: Riesling Ried Bruck 2025

Grabenwerkstatt: Riesling Ried Bruck 2025

Riesling 100%
weiß, trocken
12,0% Vol.
Trinkreife: 2029–2050
frische Säure
mineralisch
Lobenberg: 97/100
Falstaff: 95–97/100
Österreich, Wachau
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Ried Bruck 2025

97
/100

Die Grabenwerkstatt ist ein winziges Boutique-Weingut ganz am Ende des Spitzer Grabens – dem kühlsten und waldigsten Teil der Wachau. Erst 2014 von Michael Linke und Franz Hofbauer gegründet, gehört das Weingut heute längst zu den spannendsten Adressen Österreichs. Kaum jemand interpretiert den Spitzer Graben so kompromisslos auf Herkunft und Spannung wie die beiden. Die Ried Bruck ist dabei wohl die begehrteste Riesling-Lage des gesamten Grabens. Neben Grabenwerkstatt bewirtschaften auch Betriebe wie Veyder-Malberg oder Muthenthaler hier kleine Parzellen. Entsprechend schwierig war es überhaupt, an Rebflächen zu gelangen. 2018 konnten Michael und Franz zunächst Traubenmaterial von einem Wiener Besitzer übernehmen, ein Jahr später schließlich die Parzelle selbst. Im Gegensatz zu den sonst stark gneisgeprägten Lagen des Spitzer Grabens dominiert hier luftiger Glimmerschiefer mit hohem Sandanteil. Kein kompakter Schiefer wie an der Mosel, sondern viel feiner, zerfallender und dadurch extrem durchlässiger Untergrund. Genau daraus entsteht dieser einzigartige Stil der Bruck – der expressivste, lauteste und gleichzeitig vielleicht strahlendste Riesling des Hauses. 2025 steht der Lage dabei außergewöhnlich gut. Die kühle Vegetation bringt enorme Präzision und Spannung, gleichzeitig besitzt der Wein eine erstaunliche aromatische Offenheit. Schon die Nase springt förmlich aus dem Glas. Grapefruit, Amalfi-Zitrone und Bergamotte, dazu weißer Pfirsich, Marille und knackiger grüner Apfel. Dahinter feine florale Noten – weiße Blüten, etwas Holunderblüte und Zitronenmelisse. Gleichzeitig läuft permanent diese steinig-kühle Mineralität mit. Zerstoßener Schiefer, nasser Stein, ganz feiner Rauch. Alles wirkt unglaublich strahlend und fein definiert. Am Gaumen dann pure Energie. Die Säure ist elektrisierend, aber unglaublich präzise und reif. Sie zieht sich wie ein vibrierender Laserstrahl durch den gesamten Wein. Dazu kommt enorm viel saftige Frucht – Zitruszeste, weißer Pfirsich, etwas Aprikose –, gleichzeitig aber auch diese feinblättrige, salzige Textur, die typisch für die Bruck ist. Der Wein besitzt Druck und Intensität, bleibt dabei aber vollkommen leichtfüßig und transparent. Kein Gramm Schwere, alles wirkt auf Zug und Spannung gebaut. Die Mineralität schiebt permanent nach und gibt dem Wein diese fast krachende Frische. Im Nachhall dann minutenlang salzige Zitrusfrucht, steinige Würze und kühle Kräuteranklänge. Mit Luft wird der Wein immer präziser und fast ätherisch fein. Ein Riesling voller Energie und Strahlkraft. Expressiv, salzig und vibrierend – mit allem, was einen großen Spitzer-Graben-Riesling ausmacht.

95–97
/100

Falstaff über: Riesling Ried Bruck

Helles Grüngelb, Silberreflexe. Zarter Mangotouch, weißer Pfirsich, ein Hauch von Mandarinenzesten, mit Luft dezente Wiesenkräuter, Nuancen von gelbem Kernobst unterlegt. Komplex, saftig, gelbes Steinobst, balanciertes Säurespiel, rassig, zitroniger Touch, mineralisch-salzig im Nachhall, sehr animierender Stil, ein engmaschiger Begleiter bei Tisch.

Mein Winzer

Grabenwerkstatt

Die Grabenwerkstatt ist ein winziges Boutique-Weingut am Ende des Spitzer Grabens, des kühlsten, waldigsten Terroirs der Wachau. Erst 2014 von den Jungwinzern Michael Linke aus der Pfalz und dem Wachauer Franz Hofbauer gegründet. Bei Pyramid Valley in Neuseeland haben sich die beiden kennengelernt...

Riesling Ried Bruck 2025