Es war tolles Lesegut mit satter Reife aus diesem relativ reifen Jahrgang, der sich oft eine brillante Säure erhalten hat. Die Lese begann Mitte September in 2025, zu dieser Zeit gab es teilweise stärkere Regenfälle, was die Lese dann sehr beschleunigt hat. Selektives Lesen war das große Thema, um präzises und sauberes Material reinzuholen. Aromatisch ist 2025 eher auf der wärmeren Seite, aber kein extremes Jahr wie 2022 oder 2018, eher ausgewogen warm wie 2019. Die Frucht ist sehr subtil, springt mir nicht ins Gesicht, bleibt ganz feinsinnig. Nur europäische Frucht, keine Exotik, dafür intensive Steinigkeit, Graphit, weißer Pfeffer, dann auch etwas Nektarine und helle Birne. Die Balance ist diesem Wein ist wunderbar, das kleine Plus an Zucker gibt ein bisschen Fruchtdruck und Rundheit dazu. Glasklar und saftig. Feine Schieferwürze. Aber das ist dennoch ein eher klassischer, schlanker, tänzerischer Wein. Fritz Haag macht mit die besten Gutsweine Deutschlands, das ist im feinherben Bereich eben ganz genauso.