Dieser Gutswein überrascht mich jedes Jahr, immer denke ich wieder, dass es jetzt doch mal ein ganz gewöhnlicher Gutswein sein müsste und jedes Mal setzt er erneut eine Benchmark im Gutswein-Bereich. Alles Handlese, alles aus Steillagen. Komplett spontan vergoren, Ausbau im Edelstahl. Jedes Jahr einer der Stars des Landes im Gutsweinbereich. Der Wein kommt zu einem guten Teil aus dem Mülheimer Sonnenlay und dem Brauneberger Klostergarten, auch aus der Juffer und Monzeler Kätzchen, also Topmaterial. Es war tolles Lesegut mit satter Reife aus diesem relativ reifen Jahrgang, der sich oft eine brillante Säure erhalten hat. Die Lese begann Mitte September in 2025, zu dieser Zeit gab es teilweise stärkere Regenfälle, was die Lese dann sehr beschleunigt hat. Selektives Lesen war das große Thema, um präzises und sauberes Material reinzuholen. Aromatisch ist 2025 eher auf der wärmeren Seite, aber kein extremes Jahr wie 2022 oder 2018, eher ausgewogen warm wie 2023. Dieser Gutswein von Oliver Haag ist jedes Jahr eine Bank, immer strahlend und fein. Die 2025er sind früh zugänglich, zeigen sich schon im Jungstadium sehr elegant. Das ist für einen Gutswein natürlich perfekt. Duftige Fruchtfülle mit weißfleischiger Birne, ein bisschen Limettenzeste, Granny Smith, aber keine scharfen Zitrusnoten, alles ist reif und entspannt. Das ist ein ganz feiner Saft, glockenklar und fokussiert. Oliver Haag wird ohnehin immer fokussierter, ernster und ein bisschen anspruchsvoller schon in der Basis, die dadurch aber auch schon weit über ihrer Klasse boxt. Viele wären froh, wenn sie so eine Qualität als Orts- oder Lagenwein verkaufen könnten