Der Paulinshofberg liegt in Kesten an der Mosel, eine Fortsetzung der Brauneberger Juffer Moselaufwärts, uralte Reben mit etwas mehr Ostausrichtung, also eher kühler. Hat aber einen etwas brauneren, tieferen, kräftigeren Schieferboden. Also ordentlich Power aus dem Boden. Aus diesem Bereich absoluter Steillagen erzeugt Oliver Haag schon recht lange die allerbesten Partien seines Gutsweins. Erstmals mit 2019 hat er die stärksten Parzellen und die ältesten Reben aus dieser Großen Lage separiert zu einem neuen Großen Gewächs. Die Besonderheit ist nicht nur das Lehm-tonige-Schiefer-Terroir, sondern auch das Alter der Reben in Einzelpfahlerziehung, und vor allem auch die Frische und die Kühle der teilweise östlicheren Exposition. Die Reben sind über 60 Jahre alt. Es war tolles Lesegut mit satter Reife aus diesem relativ reifen Jahrgang, der sich oft eine brillante Säure erhalten hat. Die Lese begann Mitte September in 2025, zu dieser Zeit gab es teilweise stärkere Regenfälle, was die Lese dann sehr beschleunigt hat. Selektives Lesen war das große Thema, um präzises und sauberes Material reinzuholen. Aromatisch ist 2025 eher auf der wärmeren Seite, aber kein extremes Jahr wie 2022 oder 2018, eher ausgewogen warm wie 2019. Der Paulinshofberg ist dunkel und würzig in 2025, duftet fast so vulkanisch wie ein Nahewein. Nasser Stein, Rauch, grüner Pfeffer, dunkle Waldbeeren, strahlt viel Kraft aus und ist ein dunklerer Typ als die feine Juffer. Im Mund viel Mandarine, dann wieder dunkle Beeren, Feuerstein. So viel Grip, dass die Augen schmal werden. Die Struktur von 2025 ist schon beachtlich, das steht mit steinigem Griff auf der Zunge, zupackend, energetisch, und eben mehr auf dieser dunkleren, feuersteinigeren Seite unterwegs. 2025 ist sehr intensiv und kraftvoll, aber elegant-moselanisch bleibend.