Es war tolles Lesegut mit satter Reife aus diesem relativ reifen Jahrgang, der sich oft eine brillante Säure erhalten hat. Die Lese begann Mitte September in 2025, zu dieser Zeit gab es teilweise stärkere Regenfälle, was die Lese dann sehr beschleunigt hat. Selektives Lesen war das große Thema, um präzises und sauberes Material reinzuholen. Aromatisch ist 2025 eher auf der wärmeren Seite, aber kein extremes Jahr wie 2022 oder 2018, eher ausgewogen warm wie 2019. Es gibt über den GK Auslesen noch eine BA bei Fritz Haag in 2025, eine TBA war nicht drin. Bei der Goldkapsel liegen wir bei rund 30 bis 40 Prozent Botrytisanteil, der Rest sind überreife und vollreife goldgelbe Beerchen, handverlesen. Das hat Saft und Kraft, liegt schon fast im BA-Bereich, aber eben auch diese wunderbare Säurefrische von 2025. Was für eine Konzentration! Üppige Fruchtwellen brechen über der Zunge herein, nie schwer oder breit, pinke Grapefruit, Waldmeister, Verbene, kandierter Ingwer. Das ist eben fast schon BA-Material, gewaltig viel Druck und Reichhaltigkeit und doch schwerelos. Nachdem die Auslese den Mund verlässt bleibt nichts als salzig belegte Lippen und ein total cleaner Gaumen. Betörende Finesse und kristalline Klarheit und das bei so hohem, reichem Botrytisanteil, das ist schon ziemlich einmalig und ganz großes Kino!