Das ist wirklich eine Kuriosität, eine Spätburgunder Beerenauslese, aber wo wenn nicht hier, bei Fritz Becker, dem Meister des Pinot Noir, da geht das dann sogar edelsüß. Diese Beerenauslese kommt mit 190 Gramm Restzucker und stattlichen 10 Gramm Säure. Die Farbe ist ein helles rot, Bon-Bon farbig, dropsig. Die Nase ist komplett Pinot Noir, zarte rote Beeren, Johannisbeere, Himbeere, süße Kirsche, Bratapfel, auch ein Touch Marzipan, sehr klar und reintönig, weil hier wie bei vielen Süßweinen 2018 quasi keine Botrytis im Spiel war, sondern die Trauben sauber am Stock rosiniert sind. Am Gaumen kandierte Früchte in Salz und Zucker eingelegt, etwas Minze, erstaunliche Frische mit tollem Zug hintenraus, feine Spannung durch die rassige Säurespur, fast Grapefruit-artig. Das ist witzig, das ist zwar eine vollwertige Beerenauslese, aber man kann diesen Wein echt gut trinken. Das ist ein ziemlich perfekter Dessertbegleiter, weil er überhaupt nicht schwer ist, ich würde ihn sogar zu bestimmten Käsesorten riskieren. Das ist wahrlich ein Unikat, ein Kuriosum. Ich werde diese Pinot Noir Beerenauslese auf jeden Fall in mein Programm nehmen, weil sie zu so vielen Anläsen hervorragend passt. Ich glaube es gibt kaum etwas besseres zum Schokoladendessert als diese Beerenauslese, weil sie so rotbeerig aromatisch und dennoch so lebendig und frisch ist.