Der Enselberg ist eine gut durchlüftete Lage mit spektakulärem Blick in die Rheinebene. Der Untergrund ist geprägt von hellen und dunklen, steinigen Vulkanböden. Eine feine Lössschicht bildet den Oberboden. Hier zu stehen zu 100 Prozent knapp zwanzig Jahre alte, burgundische Pinot Noir-Klone, dies ergibt einen kühlen, sehr feinen Spätburgunder mit einer expressiven, fast explosiven Frucht. Der Enselberg war in den Vorjahren immer der Einstieg in die Welt der GGs von Friedrich Keller, immer der zugänglichste Lagenwein. Nun hat sich Friedrich konsequenterweise dazu entscheiden, diese Lage als erstes Gewächs abzustufen. Ein gewagter, aber wie ich finde durchaus richtiger und wichtiger Schritt. Damit setzt er ein Zeichen, was den Wein in keiner Weise abwertet. Brillante, strahlende, sehr delikate Frucht. Verspielte rote Beerenfrucht, Veilchen und Himbeere. Cranberry und Maulbeere mit leichter Zwetschgen-Nuance. Auch ein bisschen was von Piment. Helle Mineralität, Gesteinsmehl, das wirkt total straight und pur. Der Mund ist überaus saftig, tänzelnd und verspielt, auf feinen würzigen Tanninen laufend, dunkel- und hellrote Frucht, vibrierend und tief. Schöne Länge und hohe Fruchtintensität, geniales Spiel aus der sehr pikanten Säure und der feinen Fruchtsüße. Immer feingliedrig und von hoher Eleganz geprägt. Das ist kein Muskelpaket, das ist ein Athlet. Der Wein ist enorm lecker und dennoch durchdringend in seiner Konzentration. Und nicht nur in diesem Jahr ein großer Wein, das ist einfach mittlerweile so eine großartige Bank in diesem Preisbereich.