Lobenberg: Chardonnay bei John, noch immer eine 'Neuheit', aber wie soll es auch anders sein – egal was die Johns anfassen, es kann einfach nur gut werden! Sie sind eben in ihrer Arbeitsweise Perfektionisten und das schmeckt man am Ende auch. Wie der Name schon sagt, wächst dieser Wein auf Kalk, genauer gesagt in Kallstadt. Einige Stunden Maischestandzeit nach der Lese, dann schonend abgepresst und zunächst für 24 Stunden sedimentiert. Danach sowohl im Barrique, als auch zum kleinen Teil im Glasballon ausgebaut. Die Gärung erfolgte unter Zugabe von einigen abgezupften Beeren, das gibt eine subtile Gerbstoffstruktur und nochmals mehr Aromatik, ohne dass der Wein aber »schalig« daherkommt. Nach über einem Jahr Ausbau unfiltriert abgefüllt, nur die Beeren wurden herausgefischt. Die Nase hält, was der Name verspricht: Kalk pur! Reduzierte Frucht, zunächst nur Stein. Feuerstein und zerstoßene Kreide, viel Energie, viel reduktive Spannung. Da ist schon eine gewisse Dramatik, allein in der Nase. Dann kommen ganz hintersinnig auch reife Zitronenschale, Mandel, ein Hauch Bienenwachs und Quitte zum Vorschein. Am Gaumen dann kerzengeradeaus, vibrierend und druckvoll-mineralisch, dabei irgendwie aber überraschend filigran bleibend. Die Säure ist präsent, aber geschliffen, bindet sich nahtlos in die feine Tanninstruktur ein. Die Augen werden ob dieser hohen Pikanz schmal, reife Zitrusfrucht bespielt die Zugenränder, kristallines Salz belegt den ganzen Mundraum und wirkt animierend. Sehr schöne Länge und Struktur aufweisend. Die Johns liefern hier wirklich ab. Da müssen sich einige Bourgogne in diesem Preisbereich warm anziehen.