2023 startete nicht allzu kalt im Winter, dafür aber mit ausreichend Regenmengen ins Frühjahr gestartet. Ab Mai und Juni war es relativ trocken, es gab kaum Niederschlag. Der kam dann erst im Juli und August, aber da war man an der Saar noch weit genug von der Reife entfernt, somit war es weniger ein Problem als etwa an der Mittelmose. Insgesamt war es das sonnenscheinreichste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen, dennoch waren die Mostgewichte erstaunlich moderat. Es musste aufgrund der warm-feuchten Witterung dann auch stark selektiert werden, dadurch ist der Ertrag etwas unterdurchschnittlich. Der Bockstein ist sowohl das trockenste der GGs mit unter 5 Gramm Restzucker, zudem das als letztes gelesene. Zillikens haben nur rund einen Hektar im Bockstein, es gibt also nur wenige Fuder von diesem Stoff. Eine köstliche Nase! Diese rötlicheren Schieferböden haben es in 2023 wirklich gut getroffen, das war bei Van Volxem so, auch bei Karthäuserhof und Clemens Busch, genau wie bei Christian Hermann. Diese höhere Aromatik, die vom rötlich-gelblicheren Schiefer kommt, passt einfach so gut. Sehr intensive Fruchtexpression, Williamsbirne, Grapefruit, weißer Pfirsich, wir sind weg von der Zitrusfrucht und mehr bei diesem schmelzig-reifen Steinobst. Es kommt im Mund sogar ein kleiner Touch Holzeinfluss von etwas neueren Fässern, was man bei Zilliken relativ selten hat. Das gibt diesem Turbostoff nochmal eine neue Dimension. Sehr konzentrierter, steiniger Mund, Feuerstein und Gesteinsmehl. Der Bockstein ist fordernd in seiner festen, dichten Tanninstruktur, wow, der Stoff hat richtig Grip aus dem Feuerstein und der dunkelbeerigen, erdig unterlegten Frucht. Griffig, stoffig und doch sehr delikat und zugänglich. Was für ein wundersamer Lecker-Jahrgang, der dennoch Größe und Substanz hat. Ich bin schwer begeistert!