Anders als Paradis hat der Weinberg keine Sandauflage – es ist reiner Granit in Südwestexposition. Deshalb hat Bonneveau weniger Charme als Paradis, aber dafür eine innere Spannung und Konzentration ohne jegliche Härte. Die geringere Schwefelzugabe und das Fehlen der Vollhefe in diesem Stadium als Fassprobe führt zu einem deutlich fokussierterem und definierterem Wein. Die Nase ist beeindruckend krautig. Rosmarin, Thymian und Garrigues. Cranberry, Kirsche und Orangenzesten. Unheimlich tiefe, reiche und definierte Nase. Nichts erschlägt einen und dennoch ist alles sehr von enormer Spannung gekennzeichnet. Das ist sehr erwachsen! Im Mund voll und reich! Welch tolle Struktur! Alles bleibt in seiner Fülle total fokussiert und ganz sauber! Die Tannine belegen den ganzen Gaumen, reif und konzentriert. Erneut Cranberry, Salz und Piment. Nichts ist gekocht oder überreif. Es ist eher, als ob man flüssiges Granit im Glas hat. Ein super definierter, schicker und feiner Saint-Joseph mit einer satten Tanninstruktur. Dabei bleibt alles seidig und saftig. Ein Wein für die Freude! *** Bonneveau liegt komplett auf Granitböden, oben auf dem Plateau. Ganz ähnlich wie im Hermitage, sodass die Familie Ferraton, und später die übernehmende Familie Chapoutier, ganz scharf drauf waren, hier noch mehr Land zu bekommen. Es gibt einen 30-jährigen Leasingvertrag mit Vorkaufsrecht. Bis Jahrgang 2021 bestand Bonneveau nur aus alten und uralten Reben. Seit einer Neupflanzung 2018, also mit Erstertrag 2021, sind rund zwei Drittel etwa 40 Jahre alt und der Rest ist aus den jüngeren Reben, die aus einer Top-Selection Massale stammen. Der Wein wird komplett vom Ferraton-Team eigenständig in Biodynamie bearbeitet. Auch wenn es nicht biodynamisch zertifiziert ist, weil es eben im Leasing ist. 100 Prozent die alte Syrah, also Sérine, Petite Syrah genannt, komplett auf Granit. 6.500 Stöcke pro Hektar. Sie sind um Durchschnitt 40 Jahre alt.,