Bei der gleichen 50-50-Cuvée aus Marsanne und Roussanne ist es nicht verwunderlich, dass Le Grand Courtil Blanc und der Hermitage Le Reverdy sehr viel Ähnlichkeiten haben. Aber biodynamisch erzeugte Le Reverdy hat eine unglaublich dichte Spannung und Intensität dazu. Was im Le Grand Courtil noch feine Verspieltheit mit Zitronengras war, kommt hier in einer immensen Konzentration mit Steinobst, zerstoßenen Aprikosen- und Pfirsichkernen, Orangenzesten und einer leichten Marzipannote. Dazu süße Blumen und eine feine Akazienhonignote und etwas Feige durch eine hochintensive alte Roussanne mit feiner Öligkeit. Der hochintensive, spannungsgeladene Wein nimmt den ganzen Mund ein. Was für ein Hammerteil! Trotzdem ist er nicht fett. Er ist zwar vom neuen Holz geküsst, hat aber überhaupt keine Schwere, sondern eine grandiose Balance zwischen Aprikose, Pfirsich, Zitronengras, Limette und feiner Honigsüße. Der körperreiche Wein trifft mit seiner begleitenden und erstaunlichen Frische genau auf den Punkt. Ein großer weißer, massiver und zugleich erstaunlich trinkiger, ja soger richtig leckerer Hermitage! 99-100/100 *** Le Reverdy kommt von zwei kleinen Parzellen mit rund 0,4 Hektar Reben. Die Roussanne wächst überwiegend in „Le Méal“ in Südausrichtung, die Marsanne in der sich schon gen Osten neigenden Parzelle Les Beaumes, die aber letztlich auch ein Teil der großen Lage Le Méal ist, wir haben also einen Weißwein komplett aus dieser Spitzenlage. Die Böden bestehen hier aus Kalkstein und Muschelkalk. Es wird wie immer bei Ferraton biodynamisch gearbeitet. Ungefähr 40 Jahre alte Reben. Im Keller werden die ganzen Trauben direkt gepresst, der Saft wird anschließend spontan in 600-Liter Demi-muids vergoren. Vor der zweiwöchigen Gärzeit wird der Most gekühlt. Der zehnmonatige Ausbau erfolgt auf der Vollhefe zu einem Drittel im Stahltank und zu zwei Dritteln in Demi-muids. Die Weine verbleiben bis zu Füllung auf der Hefe, keine Bâtonnage. Der Wein besteht zu 50 Prozent aus Marsanne und zu 50 Prozent aus Roussanne.