Nach Cornas probiert zeigt sich Côte-Rôtie erwartungsgemäß ganz anders. Wir kriegen ganz eindeutig mehr rote Frucht in die Nase, mehr Saftigkeit. Auch hier der Verzicht auf Schwefel und der Ausbau nur auf der Feinhefe, dadurch haben wir eine enorme Eleganz. Wie alle 23er Ferraton’s ist die Nase auch bereits in diesem frühen Stadium total expressiv. Schlehen, Maulbeeren und Himbeere. Keine schwarzfruchtige Aromatik, dafür sind wir bei der Cote Rotie zu saftig, zu fein. Die Frucht ist viel eher perfekt ausgereift, dunkelrot. Dazu hochfeine Würze, Süßholz, Orangenzesten und Verveine. Ein Anflug von Blumen, Mohnblumen, Veilchen und Rosenblüten. Bei jedem Reinriechen zeigt der Wein eine neue Facette. Der Mund ist reiner Hedonismus, echte »Gourmandise«. Die satte Frucht benetzt den gesamten Gaumen. Daneben erneut die leichte und dennoch dunkle Würze mit Süßholz und Verveine. Alles untermauert von den hochfeinen Tanninen, ganz zart und verspielt. Ein wenig Sanddorn und Nougat reihen sich hinzu. Unglaublich lecker in seiner Dichte, seiner Spannung und seiner Harmonie. Der Wein macht richtig Freude! Hedonistisch und dennoch spannend! Das gefällt mir sehr gut! *** Montmain liegt im Norden der Appellation in reiner Südexposition, in der Nähe von Les Grandes Places. Es ist also weder Côte Brune noch Côte Blonde. 100 Prozent Schiefer. Der Montmain ist biodynamisch bearbeitet, aber nicht biodynamisch zertifiziert, weil Ferraton hier mit einem Vertragswinzer arbeitet. Dieser Plot ist ungefähr 1,5 Hektar groß. Die Ganztrauben mit den Füßen angequetscht, das Ganze spontan vergoren im Beton, und wie jetzt üblich bei Ferraton nur auf der Feinhefe und ab 2022 fast schwefelfrei im überwiegend gebrauchten Holz in Form von Barriques und Tonneaux ausgebaut für 16 Monate. In 2023 mit rund 20 Prozent Neuholz. Es gibt nur circa 1.300 Flaschen von diesem Wein. Dadurch, dass der Winemaker Damien den Schwefeleinsatz auf ein Minimum reduziert – im Keller wird den Weinen erst nach vielen Monaten im Fass minimale Mengen zugegeben – werden die Weine deutlich präziser und eleganter. Auch zieht er die Weine nach der Malo ohne die Vollhefe aus dem Beton. Das ist neu in 2023 und dadurch ist das Jahr feiner, mittiger und mineralischer als die Vorjahre. Die Weine kommen etwas weniger voluminös und fleischig rüber. Der Alkoholgehalt der Weine liegt zwischen 13 und 13,5 Volumenprozent.