Emrich Schönleber: Riesling Halenberg Großes Gewächs 2025

Emrich Schönleber: Riesling Halenberg Großes Gewächs 2025

VDP

Zum Winzer

Riesling 100%
weiß, trocken
12,5% Vol.
Trinkreife: 2031–2055
voll & rund
mineralisch
frische Säure
Lobenberg: 100/100
Suckling: 97/100
Stuart Pigott: 98/100
Lobenberg in Wiesbaden: 97–100/100
Giuseppe Lauria: 97/100
Deutschland, Nahe
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Halenberg Großes Gewächs 2025

100
/100

Der Halenberg ist ein imposanter Steilhang mit langen Rebzeilen auf einem von blauem Schiefer und Quarzit geprägtem Boden. Es gibt hier etwas mehr mineralischen Einfluss als im Frühlingsplätzchen, da der Boden karger ist. Sehr sanft und langsam gepresst und in verschiedenen alten Stückfässern spontan vergoren. Der Wein ruht lange unberührt auf der Hefe im Fass. Er verbleibt auf der Vollhefe bis bis kurz vor der Füllung im Sommer 2026. Halenberg ist wie meist der dunklere, geheimnisvollere Wein. Er eröffnet rauchig-steinig, aber jeder Schwung mit dem Glas lässt ihn ein paar seiner Nuancen mehr freisetzen. Nach dem mengenmäßig sehr kleinen 2024er GG-Jahrgang lag der Ertrag in 2025 eigentlich relativ normal im langjährigen Mittel. Es gab keine dramatischen Verluste. 2025 war der frühste Lesebeginn jemals bei Schönleber, am Ende musste aber dennoch viel ausgelesen werden, weil durch die Kombination aus Hitzewelle und einsetzendem Regen im Herbst die Trauben schon unter Druck standen. Also hieß es Vollgas und Fokus auf die Top-Lagen und da das allerbeste heraussortiert, damit die Präzision am Ende passt. Die GGs wurden Mitte September gelesen. Beim Halenberg wurden zwei Drittel vor dem Regen und ein Drittel danach gelesen. Der Regen hat die anfänglich schon hohe Reife dann nochmal etwas entspannt hintenraus, sodass der Blend der beiden Partien eine gute Balance ergeben hat. Der Halenberg zeigt sich 2025 wie immer dunkel, aber minimal offener als in den Vorjahren. Es ist der feinere und zugleich intensivere Wein, zumindest wenn man von der Salzigkeit ausgeht. In der Nase Graphit, Bleistiftabrieb, weiße und schwarze Johannisbeere, Menthol. Es ist der steinigere Wein, aber nicht unbedingt strukturell kühlere. Er ist nur weniger fruchtbezogen als das Frühlingsplätzchen aktuell. Er hat schon viel Power, kommt mit Intensität aus seiner rauchigen Steinigkeit. Steht fest und kernig auf seinem Steingerüst im Mund. Nicht die ganz feine Klinge wie 2024, schon mehr Druck aufbauend. Das mag vielen Genießern gewissermaßen entgegen kommen. Durch seine feine Mineralik ist das aber beim Halenberg überhaupt kein Schaden. Die Halenberg-Dramatik hat er in 2025 auf jeden Fall, da ist viel Musik drin.

Jahrgangsbericht

Der Ausnahme-Jahrgang 2025 gilt in Deutschland als eine der faszinierendsten und geschmacksstärksten Saisons der letzten Jahre – trotz des extremen Lese-Sprints bestechen die Weine mit monumentaler Fruchtkonzentration, viel Grip und beispiellosem Lagerpotenzial.

97
/100

Suckling über: Riesling Halenberg Großes Gewächs

White pepper, with a touch of oregano with dried lemons. The palate is energetic, tensile with a savory almost effervescent kind of acidity. Lots of detail and definition. Drink now or hold.

Verkostungsnotiz
98
/100

Stuart Pigott über: Riesling Halenberg Großes Gewächs

A giant of slatey minerality, but also giant fruit is packed away in this great Nahe Riesling treasure trove: beautifully ripe peach, mango, pineapple also more delicate notes of pink grapefruit and passion fruit. And all of this is so pure and bright, rather than ponderous or self-important. Extremely long, complete finish.

Verkostungsnotiz
97–100
/100

Lobenberg in Wiesbaden über: Riesling Halenberg Großes Gewächs

Die Grundlage des AUF DER LEY Versteigerungsweins bzw. die Lage direkt unterhalb und neben der Einzellage AUF DER LEY. Perfekt und grandios definiert. Es fehlt minimalst die letzte Schärfe und Gnadenlosigkeit des Versteigerungsweins, deshalb nicht glatt 100.

97
/100

Giuseppe Lauria über: Riesling Halenberg Großes Gewächs

Sehr klares, schieferwürziges, deutlich vom blauen Schiefer geprägtes Bouquet, dabei sehr präzise definiert mit einem fein konturierten Ausdruck (wenn man ihm beim Verkosten etwas Luft im Glas gönnt), dazu ein Touch Graphit, dann auch Minze und weiße Johannisbeeren. Im Mund engmaschig gewoben, sehr fest und präzise, mit feiner Griffigkeit und ziselierter Struktur. Hat wie so oft mehr Kraft als das Pendant aus dem Frühlingsplätzchen, zeigt sich in 2025 etwas offener, bleibt dennoch ungemein puristisch und territorial, mit pikanter Würze und feiner Frucht. Ein echter Grand Cru. Wird erst in einigen Jahren sein Potenzial entfalten.

Mein Winzer

Emrich Schönleber

Im Auf und Ab der Weingeschichte genossen die Steilhänge der Nahe Anfang des 19. Jahrhunderts schon einmal allerhöchstes Ansehen. Auch Johann Wolfgang von Goethe hielt das allgegenwärtige Lob in seinen Notizen fest: »Nun rühmte die Gesellschaft einen in ihrer Gegend wachsenden Wein, den Monzinger...

Riesling Halenberg Großes Gewächs 2025