Das Weingut Cogno verfügt über circa 12 Hektar Rebfläche. Ravera ist die Amphitheater-Lage direkt neben dem Weingut in Novello und mit beinahe 5 Hektar der größte Einzelbesitz des Weinguts. Mit 70-80 Jahre alten Reben ist es auch eine der ältesten Lagen von Elvio Cogno. Historisch war das Weingut in La Morra angesiedelt. Die jetzige Besitzerin, Nadia Cogno, ist mit ihrem Mann Valter Fissore und ihrem Vater umgezogen nach Novello, weil die frühere Verbindung mit einem Partner, Marcarini, zerbrochen war. Die Cognos waren damals schon im Besitz ihrer Weinberge in Novello und kauften das alte Bauernhaus dazu, das sie dann mit viel Liebe zum Detail renovierten. Bei Cogno ist die Weinbereitung traditionell. 60 Prozent entrappte Beeren und 40 Prozent Ganztrauben, also mitsamt ihrer Stiele, werden zusammen für 10 Tage im Stahltank vergoren. Die Stiele tragen vor allem in reifen, warmen Jahren zu extra viel Frische im Wein bei. Sobald nur noch ungefähr 40 Gramm Restzucker im vergärenden Wein sind, wird der Barolo-Hut heruntergedrückt. Nicht mehr wie früher mit Holz, sondern mit einem Netz. Der ganze Trester verbleibt ungefähr 30 bis 40 Zentimeter unter der Weinoberfläche, dort verbleibt er für weitere sieben Wochen. Am Ende der Gärung gibt es zwar reichlich viele Tannine, aber sie werden extrem fein und damit die Weine auf lange Sicht finessenreicher – auch wenn sie etwas länger brauchen, um zugänglich zu werden. Das ist eine ganz historische Barolo-Herstellung, wie sie eben auch bei Bartolo Mascarello, Giuseppe Mascarello und anderen Traditionalisten gemacht wird. Der Ausbau der Weine erfolgt anschließend für über zwei Jahre im slawonischen Holzfass. Eine wunderbar duftende Nase. Allem Voran wohlig saftige, reife rote Kirschfrucht, auch ein Touch frische Blaubeere, mit etwas Zeit im Glas kommt Cassis dazu. Im Jahrgang 2020 haben die Barolo bei Elvio Cogno diese dunkle, dichte Frucht-Tiefe, ätherische Kräuter und viel Würze. Im Mund ist der Wein sooo unendlich seidig. Wow! Dabei hat er zugleich Spannung, hier ist nichts schwer, sondern alles ultra präzise. Dieser Ravera ist out of this world charmant. Salzige Mineralität gepaart mit wunderbarer Frische und Saftigkeit. Dabei sind die Tannine so seidig-fein, sie könnten einem großen Burgunder gehören. Hier hat Valter Fissore ein Meisterwerk geschaffen. Ein toller Jahrgang für sein Weingut, und vielleicht der beste, an den er sich erinnern kann. Hedonistisch, aber dennoch auch groß. Burgunder Fans sollten sich diesen Wein auf jeden Fall einsacken, er ist die pure Freude. 98/100