Kastanienbusch ist eine der Paradelagen der Südpfalz. Hier wachsen Jahr für Jahr die mitunter besten Rieslinge und eben auch einige herausragende Spätburgunder. Es ist ein Talkessel, der nach Westen hin von den Hängen des Hohenbergs vor den kalten nächtlichen Luftströmungen aus dem Pfälzer Wald geschützt ist. Eine der wenigen, wirklich steilen Lagen der Pfalz auf bis zu 320 Metern Höhe gelegen. Die Lage ist überwiegend vom Rotliegenden geprägt, die Parzelle »Köppel« allerdings vom Buntsandstein, weshalb sie auch immer getrennt ausgebaut wird. Das Lesegut wurde entrappt, dann zweiwöchige Maischegärung, sehr schonend gepresst und ausgebaut im Barrique mit gewissem Neuholzanteil. Der Pinot aus dem Kastanienbusch bekommt immer ein etwas längeres Fasslager von 18 bis 24 Monaten. Im Vergleich zum Spätburgunder Sonnenschein ist die Nase hier deutlich rotfruchtiger. Wir haben neben Schwarzkirsche auch rote Kirsche, etwas Himbeere, Walderdbeere und Johannisbeere. Kalkige Mineralität und rauchige Akzente, sowie Süßholz, Pfeffer, Zwetschge und florale Komponenten. Schöne Komplexität, seidig, tief und elegant. Auch im Mund geht es sehr fein weiter: Saftige, dichte Frucht läuft auf samtigem Tannin. Nicht extrem konzentriert, einfach elegant, fast tänzelnd, ohne große Säurespitzen sondern sehr ausgewogen und balanciert. Hier kommen neben Himbeere und Schwarzkirsche auch erdige Nuancen zum tragen. Feste, griffige Textur. Endet mit langem, mineralisch-würzigen Finale. Der Kastanienbusch ist eben ein echter Grand Cru, nicht nur was Riesling angeht.