Nach einem relativ warmen Sommer mit guten Niederschlägen sah alles nach einem relativ entspannten Jahr aus. Dann ging es aber sehr früh in die Lese, währenddessen ein größerer Regen einsetzte. Dann musste es richtig schnell gehen und auch viel ausgelesen werden. Die Erträge wurden dadurch dezimiert, am Ende war es mengenmäßig kein so großes Jahr wie gedacht. Das Ergebnis ist ein köstlich intensiver, aromatischer Jahrgang mit satter Power mit einer Tendenz zu Jahren wie 2023 oder 2015, weil auch die Säurefrische erstaunlich hoch geblieben ist, trotz satter Mostgewichte. Für die restsüßen Weine wendet Ernie seit geraumer Zeit ein Verfahren an, dass er Teabag-System nennt. Also eine Infusion von ganzen Beeren wie bei einem Teebeutel. Dazu werden ungefähr 10 Prozent ganze Trauben in die Tanks gegeben, dann kommt der frische Traubenmost drauf und die Spontangärung beginnt. Anschließend wird der Wein von den Trauben abgestochen und ins Holz gegeben zur Lagerung. Ernie geht immer mehr zurück auf Holz, für die GGs sowieso, aber nun auch für die Prädikate. Alle Kabinette bei Loosen liegen konsequent zwischen 35 und maximal 45 Gramm Restzucker, also klassisch wie früher bevor der große Zuckerbombenkampf in dieser Kategorie begann. Der Kabinett kann sich also in seiner vollen Ausprägung zeigen: elegant, fein und rasant in der Knackigkeit. Ernie sucht einen klassisch feinfruchtigen Moselstil, das heißt zarte Frucht, salzige Mineralität, straffer Trinkfluss. 2025 ist intensiv und duftig, aromatisch reich, aber eben verspielt und tänzelnd bleibend bei Loosen in der Kabinett-Kategorie. Granny Smith und Apfelblüte, Aprikosenblüte, weißer Pfirsich, Mirabelle, dichte, fast üppige Fruchtfülle wie 2015, dann kommt die Säurespur angeschossen und zieht alles in die Höhe. Köstlich schmelzig, mit mehr Schub und Druck als das kühle 2024. Das sind Gourmand-Kabinette mit Turbolader.