Das Himmelreich sticht aus der Reihe der probierten GGs wieder mit seiner Eleganz heraus. Es strahlt die Kühle und Ruhe des Blauschiefers aus, wirkt geschliffen und fein. Im Graacher Himmelreich gibt es einen relativ hohen Anteil von Quarzsteinen, was ihm immer dieses besondere Extra und diesen Kick verleiht. Natürliche Klärung durch Sedimentation, aber nicht zu blank, schon mit etwas Dreck und Speck. Dann direkt in die großen, alten Holzfässer. Dann folgt die Spontangärung. In die Nase steigen reife Limetten, saftiger Grüner Apfel, eher europäisch, kaum Exotik, ein kleines bisschen weißer Pfirsich deutet auf die hohe Dichte des Jahres hin. Klassisch, elegant und feinfruchtig, wirkt fast ein bisschen burgundisch in seiner ruhigen Art. Die typische Minznote taucht auf, auch viel Graphit. Der Mund ist wahnsinnig intensiv, changiert zwischen dieser üppig-dichten Textur und der stahligen-salzigen Frische. Was für ein grandios leckeres Himmelreich, schon als Fassprobe ist das schwer auszuspucken. Die Säure ist total reif und seidig, unterlegt die hellgelbe Frucht von Birne und Mirabelle. Tolle Harmonie, nichts sticht, alles greift ineinander. Auch wenn der Charakter der Jahre total anders war, denke ich an die große Eleganz und Balance von 2012 oder 2016 bei diesem schicken Wein. Die geschliffene Eleganz ist wirklich bezaubernd. 96-97/100