Dr. Heger: Spätburgunder Breisacher Eckertsberg Erste Lage 2021

Dr. Heger: Spätburgunder Breisacher Eckertsberg Erste Lage 2021

VDP

Zum Winzer

Spätburgunder 100%
rot, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2026–2039
strukturiert
seidig & aromatisch
saftig
Lobenberg: 95+/100
Deutschland, Baden
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Spätburgunder Breisacher Eckertsberg Erste Lage 2021

95+
/100

Lobenberg: Der Eckertsberg ist ebenfalls eine Lage mit vulkanischen Verwitterungsböden, ein abfallender Hang direkt am Rheinufer mit Blick ins Elsass. Eine relative warme Lage, die aber sehr windoffen ist. Es ist eine alte Rebanlage mit 6.000 Stöcken auf dem Hektar, Rebalter über 40 Jahre, die Erträge sind gering. Die Roten Heger-Weine sind seit einigen Jahren nun schon superspannend, sie haben eine geschliffene Tanninstruktur und die Dichte und Konzentration, ohne fett zu sein, also nicht so körperreiche Tannine, aber sie überzeugen in der eindeutig kirschig-burgundischen Ausrichtung und in der aromatischen Länge. Reife Kirsche in allen Schattierungen, dann Zwetschgenschale, Maulbeere, sehr duftig und fein. Schöner Mix aus roter und schwarz-blauer Frucht, aber sehr zart. Die Stilistik ist hier klar schlank und kühl, überzeugt am Gaumen dann aber durchaus mit einer gewissen druckvollen Tiefe und Süße. Präsentes, aber samtiges Tannin. Hat schon badischen Charme in seiner extraktreichen Frucht, dazu kommt aber dieser feine Zug, der den Jahrgang 2021 auszeichnet. Delikat, beerig, tänzelnd. Das macht richtig Freude.

Jahrgangsbericht

Mit den letzten Jahrgängen im Hinterkopf antizipierten die Winzer wie gewohnt einen eher trocken-warmen Witterungsverlauf. Doch 2021 machte recht schnell klar: nicht mit mir! Austrieb und Blüte waren bereits von ungewöhnlich nordisch-rauem Wetter begleitet und im Vergleich zu den Vorjahren »relativ spät« – im langjährigen Mittel also quasi normal. Die meisten deutschen Weinberge blieben von Frost verschont. Die recht harsche Witterung sorgte jedoch nahezu überall für Ertragseinbußen durch die windige, verregnete und dadurch unregelmäßige Blütephase. Der darauffolgende Sommer brachte zunächst keineswegs die Wende. Dramatisch konzentrierte Sommerniederschläge setzten der vorherigen Trilogie der heiß-trockenen Jahre ein jähes Ende und machten den Pflanzenschutz 2021 zu einer Sisyphusarbeit. Die Topwinzer haben 2021 Marathondistanzen in den Weinbergen abgeleistet, um der Situation Herr zu werden. Durch den zusätzlich hohen Personaleinsatz ist es in der Produktion für viele eines der teuersten Jahre aller Zeiten. Ein Glück, dass der Riesling als adaptierte Nord-Rebe stoisch in Wind und Wetter steht wie ein Islandpferd. Denn im Grunde wurde im Herbst immer klarer: Wenn man im Sommer richtig Gas gegeben hat, konnte das noch ein unglaublich starker Jahrgang werden – und so kam es dann auch. Nach diesem echten Cool-Climate-Sommer, der bis Ende August anhielt, retteten der September und ein Goldener Oktober den Weinjahrgang dann fast im Alleingang. Ein stabiles Hoch über Mittel- und Osteuropa sorgt für dieses seit Jahrhunderten bekannte Phänomen. Die Sonnenscheindauer ist gegen Oktober mit noch immer über 10 Stunden sehr hoch, dafür ist die Tag-Nacht-Amplitude schon viel ausgeprägter als noch im August. Da die Nächte länger werden, kann die Luft in Bodennähe stärker auskühlen. Das sorgt für eine langsame Ausreifung bei langer Hangzeit am Stock und trotzdem stabil bleibenden Säuren. Gerade der Riesling liebt das besonders, aber auch die Burgundersorten brillieren mit kühler Frische. Denn 2021 ist ein so spannendes, krachendes und zugleich kristallines Weißwein-Jahr, wie wir es lange nicht mehr hatten. Wer keine Angst vor berauschender Frische hat und sich gerne von hoher Spannung aus der Kurve tragen lässt, der wird mit 2021 seine größte Freude haben. Alle anderen sollten sich besser an die gar nicht so unähnlich gebauten, aber etwas freundlicheren 2020er halten.

Mein Winzer

Dr. Heger

Weingut Dr. Heger heißt Weinanbau in dritter Generation. 1935 wurde das Weingut vom Landarzt Dr. Max Heger gegründet. Sein Sohn Wolfgang Heger führte es in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts in die Spitze der besten Deutschen Weingüter.

Spätburgunder Breisacher Eckertsberg Erste Lage 2021