Lobenberg: Der La Font de Tonin ist ein Einzellagen-Wein, der Lieu-dit heißt Grand Boissière, es war die erste Parzelle des Gründers der Domaine, also Thierrys Vater Antonin, danach hat er auch den Namen der Domaine abgeleitet. Auch in 2023 ein reinsortiger Grenache von sehr alten Reben, genau wie schon im Vorjahr die Mourvèdre-Trauben waren Thierry nicht gut genug in diesem Jahr. Im Font de Tonin muss alles 100 Prozent passen. Der Wein wird als einziger von Bouissiere komplett in burgundischen Barriques vergoren und ausgebaut. Rund 10 Prozent Neuholz. Entsprechend wirkt er etwas moderner und geschliffener, stylischer im Ansatz. Er hat mehr Holzeinfluss als die anderen Weine. Sehr hohe Ganztraubenanteile in 2023, wie immer in den letzten Jahren. Es kommen etwas Vanille, Karamelle und mehr Cremigkeit zur Frucht. Sehr blumig, wie eine Frühlingswiese, Veilchen, Tulpen, Rosen. Viel Schwarzkirsche, dunkle Himbeere, süße Brombeere, Cassis. Er wirkt etwas stylischer und neben dem neuen Lieu-dit Beauregard fast modern. Der Holzeinsatz gefällt mir in 2023 wirklich gut, besser als in 2022 sogar, weil es mir etwas besser eingebunden vorkommt. Der Wein packt richtig zu im Mund, fester Tanninbau unter den dunkelroten Waldbeeren. Es gibt in 2023 keine Wucht, nur Charme und köstlichen Schmelz. Der Wein ist im Fluss, nie anstrengend, samtig und fein. Dieser 2023er verbindet das spannende Berg-Terroir von Gigondas mit seiner unterliegenden Spannung mit unendlicher Delikatesse aus cremiger Frucht. Wer die Perfektion in Charme und Harmonie sucht, der muss zum Font de Tonin greifen, wer eher südfranzösische Laissez-faire-Mentalität im Wein toleriert, der ist beim Gigondas Village besser aufgehoben. Und wer etwas völlig abgehobenes sucht, der muss den neuen Beauregard probieren. Ein großer Terroirwein aus Gigondas ist auch der Font de Tonin in seiner moderneren Interpretation, hat viel Potenzial und ist einfach ein Hedonist in seiner schönen süße und Rundheit.