Roncière liegt im Süden der Gemeinde, also bei Les Saint Georges und Pruliers in der Nähe. Es ist ein extrem warmes Mikroklima, das nahezu mediterran ist in seiner Art. Es gibt hier in diesem Teil von Nuits sogar Zikaden, wenngleich nicht dieselben wie in der Provence. Der Boden ist ein heller, tonreicher Kalksteinboden mit großen Kalkbruchstücken, die sich erwärmen und auch nachts noch Wärme abstrahlen. Die Reben stehen auf alten Kleinterrassen, die ringsherum von dichten Waldbeständen umgeben sind. Ein geschütztes Ökosystem mit seltenen Insekten- und Pflanzenarten, die sonst eigentlich eher in Südfrankreich heimisch sind. Es ist eine der Lieblingslagen von Etienne Grivot, weil sie schon optisch und klimatisch so einen eigenen Charakter hat. Die Nase zeigt eine wunderbare Mischung aus roter und schwarzer Frucht, Sauerkirsche und Cassis, Brombeere und Johannisbeere, alles fein verwoben, duftig und mit leichtfüßiger Intensität aus dem Glas strömend. Die reiche, voluminöse Frucht wird sowohl von dunklen Noten nach feuchtem Lehm, als auch von feinem Kräuterduft begleitet. Sehr mediterran mit blühendem Lavendel, Pesto, Anemonen und Anis. Dieser Wein vereint wunderbar den Charakter des Jahrgangs in seiner üppigen, aber feinen Duftigkeit, sowie die dunkle Würze der Gemeinde Nuits. Der Mundeintritt ist dann aber einfach nur noch hedonistische Wollust, alles einnehmend in seiner cremigen, blaubeerig-schwarzkirschigen Dichte. Die Frucht überrollt die ultrafeinen Tannine im Nachhall geradezu. Der Wein überschlägt sich am Gaumen in jugendlichem Charme mit üppiger Konzentration bei unendlicher Feinheit. Ein emotionales Erlebnis, weil er aus dem Fass schon so zugänglich und delikat ist, dass man es kaum glauben mag. Und dennoch spürt man die Balance, Länge und Reintönigkeit der Aromatik, sodass der Jahrgang ebenfalls auch sicher ganz lange halten wird. Das ist herausragend an diesem Jahrgang. Für Etienne Grivot passt dieser Wein wunderbar zu einer von Kräutern und Gemüse dominierten Küche, auch zu gebratenem Fisch ist er wunderbar.