Die Lese begann bei Faiveley am 16. September für die großen Terroirs, meistens beginnt sie im Fremiets, es ist das frühstreifende Terroir der Domaine. Kurz danach kommt der Corton, ebenfalls ein sehr warmes Terroir. Seit dem Jahre 1874 eine Monopole-Lage der Familie Faiveley. Zusammen mit dem Romanee Conti sind es die einzigen Grands Crus des Burgunds, die den Namen ihres Besitzers in der Lagenbezeichnung tragen dürfen. Der große Negociant Albert Bichot, der benachbarte Parzellen besitzt, hatte die Familie Faiveley darauf verklagt, dass sie Faiveley in den Weinbergsnamen mitaufnehmen sollen, weil Clos de Corton alleine irreführend wäre. (Sie befürchteten die Konsumenten hielten den Clos de Corton für DEN einzigen Corton, wie es mit dem Clos de Vougeot ist). Er bekam Recht und die Familie Faiveley freut sich insgeheim über diese „erzwungene“ Maßnahme, ist sie doch genau genommen ein willkommenes Marketing. Die ältesten Reben hier sind aus dem Jahre 1932, die jüngsten von 2002. Eine reine Ostexposition auf stark eisenhaltigem Kalkmergel. Danach Malo und Ausbau in 50 Prozent neuen Barriques, wo der Wein für 18 Monate gelagert wird. Feinporiges Holz, nicht stark getoastet. Es wird hier in mehreren Durchgängen gelesen. In 2024 wurden alle Pinot Noirs von Faiveley zu 100 Prozent entrappt, weil die Stiele nicht die gewünschte Qualität aufgewiesen haben. Der Mehltaubefall war zu stark und die Domaine wollte kein Risiko eingehen. Dieser Clos de Corton Faiveley ist die schlüssige Fortsetzung der Monopole-Lage Beaune 1er Cru Clos de L’Ecu. In dieser unglaublichen Wärme und Reichhaltigkeit. Corton hat natürlich eine etwas andere Aromatik als Beaune, es läuft mehr auf karger, steiniger Kirschfrucht, mit Himbeermark und Walderdbeere, dunklem Gestein, fast Lavagestein, was sich im Mund als Unterlage noch fortsetzt. Die Tanninqualität von 2024 ist nahezu perfekt, sie sind gar nicht mal wenig, obwohl komplett entrappt, aber in ihrer Masse sind sie so unfassbar feinkörnig und samtig am Gaumen. Er steht im Mund wie ein Felsen! Das ist wie Kalkstein lutschen. Fest und herbsaftig, kühl, in sich verwunden. Ein Wahnsinns-Wein, ich bin echt erstaunt über 2024. Das steht nicht ansatzweise hinter 2023 zurück, ist eben nur kühler und feingliedriger gezeichnet. Dieser Wein ist immer ein phänomenaler Wert, weil er ewig hält und so eine Delikatesse ist. Aktuell schwer zu sagen, ob wir in 10 Jahren auf den Jahrgang zurückschauen und er hat nicht so richtig eingeschlagen – oder ob sich die Sammler um jede Flasche auf den Auktionen prügeln, weil sie so gut sind. Ich persönlich werde mir den Keller vollpacken mit 2024, so gut ich kann.