Im heißen und trockenen Jahr 2023, das sich nur unwesentlich von 2022 unterschieden hat, bekam der Weiße bei Andreas Lenzenwöger nur einen Tag Kaltmazeration auf den Schalen. Obwohl der Jahrgang viel Struktur und Kraft mitbringt, wollte Andreas nicht darauf verzichten, um die höhere Komplexität mitzunehmen. Es gibt den Weinen einfach einen unvergleichlichen Kick, das gewisse Etwas, findet er. Der Wein wächst auf sandigen Böden in Courthezon und hat entsprechend eine sehr feine, helle Frucht mit Fenchelgrün, weißem Pfirsich. Limettenzeste gibt einen schicken Kick. Unerwartet hohe Frische in 2023, der Gerbstoffturbo zündet im Finale nochmal schön durch, süßer Kalkstein, fester Grip, der den Trinkfluss aber absolut nicht hemmt. Einen Tag Maischestandzeit war genau die richtige Entscheidung, um diesen dichten Kern aufzupolstern, aber den seidigen Fluss nicht zu unterbinden. Feine Grapefruit-Kräuterbitterstoffe und mürb-reife, süße Zitrone des Südens. Schöne üppig-dichte Süße im Mund, die dann wieder schön trocken-salzig ausklingt. Der Alkohol liegt irgendwo bei 13.5% vol.. Große Länge und Intensität, schiebt lange, lange durch, griffige, aber total reife Tannin. Von der Nase mag man noch meinen einen reichen, heißen Jahrgang im Glas zu haben, aber am Gaumen dann total fein und saftig, geschliffen und schön definiert auslaufend. Keine Spur von Hitzigkeit oder Extreme. Unglaublich!