Sehr intensive, reiche Nase, dicht und konzentriert, aber trotz des extremeren Jahrgangs gewissermaßen etwas feiner als sonst, das mag vor allem daran liegen, dass Andreas sich entschlossen hat den Wein nur noch 24 auf der Maische stehen zu lassen. Er hatte etwas Bedenken, dass es sonst zu phenolisch wird aus dem heißen Jahrgang und aufgrund des Hagelsturms über Châteauneuf Anfang August. Viele haben den Fehler gemacht, sagt Andreas, dass sie dann viel zu früh geerntet haben, wegen der Angst vor Fäulnis. Aber der Mistral ging direkt durch und hat alles abgetrocknet. Man konnte lange zuwarten, wenn man mutig genug war. Andreas selbst hat gewartet bis zur dritten Septemberwoche, ganz entspannt. Er hatte das Glück, dass der Weißwein überhaupt nicht betroffen wurde. Er steht Richtung Courthezon, da ist der Sturm vorbeigezogen. Er hatte also keinerlei Probleme und konnte auf die volle Reife warten. Entsprechend ist der Wein schön exotisch, zeigt helle Melone, gelben und weißen Pfirsich, Litschi und mürb-reife, süße Zitrone des Südens. Schöne üppig-dichte Süße im Mund, die dann wieder schön trocken-salzig ausklingt. Der Alkohol liegt irgendwo zwischen 13.5% vol. und 14%. Große Länge und Intensität, schiebt lange, lange durch, griffige, aber total reife Tannin. Von der Nase mag man noch meinen einen reichen, heißen Jahrgang im Glas zu haben, aber am Gaumen dann total fein und saftig, geschliffen und schön definiert auslaufend. Keine Spur von Hitzigkeit oder Extreme. Unglaublich! 97-98/100