Die Hangneigung der Hermannshöhle ist 60 Prozent. Der Bodentyp: Tonschiefer mit Kalksteinelementen, Rebalter von 60 bis 80 Jahren. Teilweise 1949 gepflanzt. Seit Jahren, ja seit Jahrzehnten einer der Primus Inter Pares bei den deutschen GGs. Kalkstein und Schiefer ist eine extrem seltene Kombination, vor allem in diesem schroffen Wechsel. Die Hermannshöhle hat oft kaum Pilzdruck durch die Beschaffenheit der Lage, sie ist so exponiert und steil. Es ist leicht angelehnt an die feinkristallinen Art des Dellchens, aber in Summe ist es dann der komplettere, ruhigere und versammeltere Wein. Wenn man die Lage sieht, wie exponiert sie ist, wie weit sie sich entlang der Naheschleife erstreckt, das ist schon ein monumentaler Hang. Das ist vom Feeling schon ein ganz anderes Jahr als 2024, weil es eben keine Frostschäden gab. Die Reben waren entspannt, der Fruchtansatz war gut, das Frühjahr lief relativ sauber durch und der Sommer war sonnig und warm mit ausreichend Wasserverfügbarkeit.” Die Trauben haben am Ende doch weniger Saftausbeute gebracht als gedacht. Der Ertrag war leicht unterdurchschnittlich, obwohl es Anfang des Jahres nach viel mehr aussah. “Es war eine der frühsten Ernten, an die ich mich erinnern kann.”, sagt Helmut Dönnhoff. Anfang September ging es schon los, selbst beim Riesling, der Großteil der Ernte war also vor dem größeren Regen schon drin. Es wurde mit 80 Leuten gelesen am Ende, um den Turbo reinzukriegen. 2025 steht für Helmut Dönnhoff am ehesten mit 2015 und 2005 in einer Reihe durch die hohe Dichte und Vollreife bei zugleich kerniger, aber total reifer Säurestruktur. Die Hermannshöhle hat auch in 2025 ihre Eleganz, ist aber im Jungstadium ein überraschend straffes Energiebündel dieses Jahr. Nicht falsch verstehen, das hat schon atemberaubend viel Power und Dichte, boxt definitiv eine Klasse schwerer als 2024, ist aber eben weit von jeglicher Opulenz oder Schwere entfernt im Grunde. Es ist dicht und filigran zugleich. Wie auch immer das zusammengeht. Weiße Frucht, helle Frucht, kristallin und geschliffen, es gibt nichts Üppiges in diesem Wein. Ein steinig-straffer Monolith, das ist wie Steine lutschen. Ich hätte noch mehr Wucht erwartet in 2025, dabei bleibt das so feinziseliert und straff. Wahnsinn. Jedes Jahr – obwohl ich diese Lage schon so lange probiere – überrascht mich die Herrmannshöhle auf ander Art. Das ist ein Meisterwerk präziser Kraft.