Dönnhoff nennt es nach seiner Bezeichnung »Felsentürmchen« und dieses Türmchen steht real mitten im Weinberg. Aber es ist natürlich die offizielle Lage Felsenberg. Der Boden ist puristisch, steinig, vulkanisch, hart mit Verwitterungsauflage und bis zu 60 Prozent Steigung. Ausrichtung Süd, Südwest. Es gibt nur ca. 35 Hektoliter pro Hektar Ertrag. Das durchschnittliche Rebalter liegt bei knapp unter 40 Jahren. Tim Fröhlich hat die identische Großlage etwas flacher und Flussnäher. Da tummeln sich zwei wahre Meister in einer sehr puristischen, felsigen, steinigen Lage. Der Felsenberg ist wie der Name sagt der pure Fels. Kaum ein Wein an der Nahe schmeckt so sehr nach Gestein, Staub und Geröll. Dönnhoffs Teil zieht sich steiler den Berg hoch, besteht aus mehreren Parzellen, die direkt mittig in der Lage und etwas weiter hinten über dem Niederthaler Hof sitzen. Alles reine Steillagen. Was die Weine des Felsenberg am Ende eint ist diese puristische Mineralität. Das ist vom Feeling schon ein ganz anderes Jahr als 2024, weil es eben keine Frostschäden gab. Die Reben waren entspannt, der Fruchtansatz war gut, das Frühjahr lief relativ sauber durch und der Sommer war sonnig und warm mit ausreichend Wasserverfügbarkeit.” Die Trauben haben am Ende doch weniger Saftausbeute gebracht als gedacht. Der Ertrag war leicht unterdurchschnittlich, obwohl es Anfang des Jahres nach viel mehr aussah. “Es war eine der frühesten Ernten, an die ich mich erinnern kann.”, sagt Dönnhoff. Anfang September ging es schon los, selbst beim Riesling, der Großteil der Ernte war also vor dem größeren Regen schon drin. Es wurde mit 80 Leuten gelesen am Ende, um den Turbo rein zu kriegen. 2025 steht für Dönnhoff am ehesten mit 2015 und 2005 in einer Reihe durch die hohe Dichte und Vollreife bei zugleich kerniger, aber total reifer Säurestruktur. Der Felsenberg 2025 ist laut Altmeister Helmut Dönnhoff ein Meisterstück: »SO gut war er lange nicht«, strahlt er während der Probe. In 2024 gab es dort kein GG aufgrund zu starker Frostschäden, da ging alles in den Ortswein. Trocken durchgegoren auf maximal 2 bis 3 g/l, hier gibt es nichts Süßes. Warmer Stein in Nase und Mund, Orangenblüte, Mangoschale, Passionsfrucht, köstliche Exotik, aber es läuft absolut nicht in die Breite. Durch diese gigantische Struktur, die die 2025er haben, wirkt es in sich sehr gefestigt, bleibt mittig fokussiert trotz dieser unterliegenden Kraft. Da ist richtig viel Musik drin. Die Reben haben sich ausgeruht in 2024, um dann 2025 voll zuzuschlagen. Rollt über den Stein, schiebt satt an und schöpft aus einer immensen Tiefe. Das ist ein sehr spezieller Charakter in 2025, verdammt viel Wein im Glas. Familie Dönnhoff hat es echt gut getroffen in diesem Jahrgang.