Wenn man am Ende der Lese noch kerngesunde Trauben mit weit über 10 Gramm Säure hängen hat, wäre man blöd, wenn man nichts für Eiswein hängen lässt, so Cornelius Dönnhoff. Am 22. Dezember 2021 gelesen, einem »Mittwoch«, daher der Name. Der regulär erschienene Eiswein wurde am Tag davor, dem Dienstag, gelesen. Die Dönnhoffs haben allerdings auf eine zweite Frostnacht gepokert und noch einen Teil der besten Trauben hängen lassen, um auch noch das allerletzte Quäntchen rauszukitzeln. Der Mut wurde belohnt, am Mittwoch konnten noch tiefer gefrorene und aufkonzentrierte Trauben gelesen werden für diesen Ausnahme-Eiswein. Ein schwebendfeines Elixier mit Orangenschale, Mango, eingekochte Quitte, Marillenkompott, Schwarztee, Bienenwachs. Der 2021er ist auf der einen Seite klar intensiver, dichter und üppiger als der glockenklare und sehr schlanke 2020, der aber auch fast einen Monat früher gelesen wurde. Hier stehen alle Regler auf rechts, knackig-pikante Frische am Gaumen. Kandierter Ingwer, Zitronenschale, dann schiebt wieder viel Orange und Mango nach. Ein cremig-dichtes Ereignis, das von der saftig-frischen Papayasäure und leichter Grapefruitbitternote eingefangen wird im Nachhall. Ich bin hin und weg, wie schon im letzten Jahr ein riesiger Stoff, wenngleich total anders im Charakter. Auch wenn 2020 nahezu unerreichbar schien im Eiswein, weil die Nahe da mit dem extrem frühen Termin einfach so viel Glück hatte, aber dieser Versteigerungs-Eiswein ist ein Hammer. Zählt mühelos zu den größten Eisweinen der Familie Dönnhoff.