Lobenberg: Dieser Wein wird überwiegend aus dem Kernbereich der Grand Cru Lage Marienburg, die von Grauschiefer geprägt ist, gewonnen. Das Ausgangsmaterial ist also von höchster Güte. Die Restzuckerwerte werden sich so um 4 bis 5 Gramm einpendeln für die einzelnen Fuder, die dann anschließen vermählt werden. Im Schnitt ein bisschen trockener durchgegoren als 2022. Im Fuder spontanvergoren, nur wenige Fuder durchlaufen 2023 spontan eine Malo, es gab aber ohnehin recht wenig Äpfelsäure, also ist der Effekt marginal. Schön schlanke, eher filigrane Frucht. Es duftet nach gelbem Pfirsich, Mirabellen und Lavendel, dazu etwas bittersüße Pomelo und Grapefruit. Sehr deutliche Schieferwürze, fast kristallin in 2023, das bringt eine schicke Salzunterlegung. Die Säure ist reifer als im Vorjahr 2022, dazu kommt, dass es eben sehr wenig Malo gab und in 2022 sehr viel. Das gibt 2023 schon nochmal einen kleinen Kick mehr in der Pikanz. Gerade im Mund zeigt sich schon dieser freche Biss, den 2019 auch hatte. Gefällt mir sehr gut, es ist wieder klassischer moselanisch-vital und ein bisschen weniger cremig als 2022. Der Schiefer prasselt auf der Zunge, herb, saftig, griffig, hat richtig Zug. Moselriesling wie er leibt und lebt.