In der Lage Fahrlay stehen auf den oberen Terrassen uralte Reben, viele davon in Einzelpfahlerziehung, viele davon wurzelecht. Komplett blauer Schiefer, sehr hartes, etwas feuchtes Gestein, das sehr salzige, karge und steinige Weine hervorbringt. Die Fahrlay Terrassen sind komplett nach Süden ausgerichtet, nur terrassierte Parzellen. Die einzelnen Terrassen werden nach ihrer Reife unterschiedlich behandelt. Teilweise Maischestandzeiten von einigen Stunden während des Pressvorgangs bei maximal 0,4 Bar Druck, aber nur wegen der langsamen Pressung. Durch die Schwüle und die hohe Reife von 2023 waren die Beerenhäute sehr dünn, wie 2014 und 2012 auch, sagt Clemens. Dadurch haben die Weine auch ohne Mazeration eine feine Tanninstruktur, weil die Beerenhautphenolik schon in den Saft eindringt. Für Clemens Busch ist 2023 am ehesten mit 2019 vergleichbar, weil es dieselbe kristalline Ader. Immer zu 100 Prozent botrytisfrei, alles wurde penibel im Weinberg ausgelesen. Natürlich biodynamische Weinbergsarbeit, spontan vergoren und der Ausbau wie immer im alten 1000 Liter Fuder. Direkt nach dem Marienburg probiert, der vom grauen Schiefer kommt, ist diese Topselektion aus den Fahrlay Terrassen vom blauen Schiefer ein richtiger Paradigmenwechsel. Das feuchte Gestein kommt zuerst aus dem Glas, es schlägt einem fast ins Gesicht. Der Wein ist sehr druckvoll, hochintensiv, ein verdichtetes Schieferelixier. Feuerstein und Anispastillen, Cassis und weißfleischige Birne. Eine wunderbare Herbheit schwingt auch mit. Die Terrassen haben immer mehr Reife von der wärmeren Exposition mit den Einzelpfählen als im normalen Fahrlay. Schiebt schon mächtig an, dann kommt hinten raus Zug ohne Ende, griffige Phenolik die sich in ganz feinem Salz auflöst. Der Wein vibriert nach, dehnt sich in große Länge aus. Selbst vom Fahrlay kommend ist das nochmal ein deutlicher Step in Sachen Intensität und Länge. Das ist schon ein unglaublich dichter, reicher und kraftvoller Stoff. Die Terrassen haben immer eine faszinierende Mischung aus steiniger Wildheit und feiner Opulenz, die aber nur von seiner hohen Konzentration herrührt und niemals fett ist. Spannungsreich, zupackend, multikomplex und intensiv. Ein Wein für alle Sinne – und super delikat.