Christian Tschida: Balsamia 2025

Christian Tschida: Balsamia 2025 1,5 l

Zum Winzer

Syrah 100%
rosé, trocken
12,0% Vol.
naturbelassen
leicht & frisch
mineralisch
Lobenberg: 97+/100
Falstaff: 96/100
Österreich, Burgenland
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Balsamia 2025

97+
/100

Das schicke, geblümte Etikett könnte glauben lassen, dies sei ein fruchtoffener Rosé – aber der Balsamia ist vielmehr ein Dämmerzustand aus Licht und Schatten, ein roséfarbener Traum mit dunklem Kern. Wer Christian Tschida und seine Weine kennt, weiß das eh. Tschida füllte 2024 erstmals diese Interpretation seiner Syrah-Parzelle – und zwar nur in Magnum. Und wer sie öffnet, spürt sofort: Das hier ist keine einfache, rosarote Sommerlaune, sondern ein stilles, tiefes Beben. Die Trauben stammen von kalkhaltigen Böden nahe des Neusiedler Sees, von Hand gelesen, direkt gepresst, ohne Intervention, ohne Filtration, ohne Schwefel. Was bleibt, ist der reine Ausdruck eines Ortes und einer Haltung. Rosé? Vielleicht. Aber eher ein flüssiger Zwischenzustand – irgendwo zwischen Rot, Rosa und Rauch. Im Glas schimmert der Balsamia in einem dunklen, fast ziegelsteinfarbenen Roséton – wie getrocknete Rosenblätter, durchzogen von etwas Kupfer. In der Nase entfaltet sich eine stille Dramatik: schwarze Herzkirschen, getrocknete Feigen, zarte balsamische Noten, Lavendel, Piment. Dazu ein Hauch Wacholderrauch, zerstoßener Rosmarin und diese fast erdige Wärme. Nichts Schrilles, nichts Lautes – alles gedeckt, tief, sehr ruhig. Am Gaumen dann eine feinmaschige Struktur, samtig, aber mit kühlem Griff. Die Säure ist wie ein Seidenfaden durch das Zentrum gezogen – trägt, ohne zu schneiden. Der Wein gleitet – balsamisch, kräuterwürzig in seiner Aromatik. Wieder dunkle Kirsche, aber auch Blutorange, ein Hauch rosa Pfeffer, etwas Assam- und Rooibostee. Im Abgang bleibt ein feines Spiel aus herber Frucht und kräutrigem Nachklang. Kein Rosé zum Wegtrinken, sondern zum Versinken. Balsamia ist keine Farbe. Es ist ein Zustand. Ein roséfarbener Schattenwurf. Wie das letzte Licht am Horizont. Ein Wein, der nicht um Aufmerksamkeit buhlt, sondern sie ganz beiläufig einnimmt. Und einmal mehr zeigt Christian Tschida: Kategorien zählen nicht, sondern nur das Ergebnis im Glas.

96
/100

Falstaff über: Balsamia

Mittleres Lachsrosa, Orangerflexe, breite Randaufhellung. Zart würzig-reduktiv unterlegte Nuancen von schwarzen Beeren, Noten von Himbeeren, braucht etwas Luft, um sich zu öffnen, etwas Hibiskus, mineralischer Touch. Stoffig, feine Nuancen von Weingartenpfirsich, lebendig strukturiert, salzig und gut anhaftend, zarte Extraktsüße, rotbeeriger Nachhall, zeigt Länge, vielseitig einsetzbar.

Mein Winzer

Christian Tschida

Christian Tschida zählt zu den bekanntesten und erfolgreichsten Low-Intervention-Winzern Österreichs. Das Erfolgsrezept? Sicherlich seine laissez-faire Arbeitsweise – keine strenge Ordnung, keine festen Regeln, keine Dogmen.

Balsamia 2025