100 Prozent Merlot. Gelesen vom 1. September bis zum 8. September. Hochreife Nase mit Backpflaumen, hochreifen Kirsche, reifen Zwetschgen und gerösteten schwarzen Himbeeren. Wow, was für ein Schub von hinten – unglaublich! In dieser Reife, in diesem fetten, reifen Tannin… Satter Mund mit hoher Intensität. Schlehe und Sauerkirsche kommen hinten hoch. Aber es bleibt vordergründig der fast fette schwarze Samtteppich mit dieser hohen Intensität. Geniale Frische, tolle Säure, aber Wucht ohne Ende. Trotzdem im Holz ausgesprochen moderat. Das Faszinierende an diesem Wein ist, dass er auf der einen Seite fett ist und auf der anderen Seite einen unglaublich samtigen Schliff hat. Dass er üppig ist, wollüstig und trotzdem saftig und Trinkfluss hat. Den kann man ablehnen oder anbeten. Auf irgendeine Art und Weise ist das großer Stoff. *** Ein acht Hektar großes Weingut, bepflanzt mit 100 Prozent Merlot. Der Untergrund besteht zu zwei Dritteln aus Kies und Lehm, zu einem Drittel aus Sand und etwas Lehm. Also ein Untergrund, der über den sandigen Anteil durchaus für Feinheit bürgt, weniger für enorme Power. Latour à Pomerol befindet sich im Besitz von Madame Loubat, die auch Besitzerin von Château Pétrus war. Die Gruppe Moueix bearbeitet dieses Weingut seit 1962. Das Château steht immer für diese diversen unterschiedlichen Terroirs und deswegen für einen extrem balancierten Pomerol. Konzentriert, aber eben mit perfekter Balance und seidigen Tanninen. Wie alles bei Moueix wird hier auch komplett entrappt. Die Vinifikation findet in temperaturregulierten Zementtanks statt, der Ausbau für 18 Monate in französischen Barriques, davon 40 Prozent neu. Das Château ist ein echter Mythos, hatte schon Weinen mit 100 Punkten. Ich finde, es ist ein großes Terroir und ein sensationelles Weingut, ob seiner hohen Eleganz.