Die 2024er Weißen wurden im April 2025 abgefüllt. 2024 ist ein grandioses Jahr für die Weißweine, so fein und saftig, kühl und fast verspielt für Châteauneuf. In der Jugend getrunken mit noch etwas Kohlensäure und gut gekühlt getrunken, hat das eine ungeahnte Eleganz und Vibration auf der Zunge. Doch 2024 wird sicher gut reifen können bei den Besten, die Balance ist da und die pH-Werte sind nicht zu hoch. Diese fast leicht reduktive Charakter des Jahres wird sie zu Langstreckenläufern machen. 100 Prozent Roussanne auf 100 Prozent Kalkstein. Roussanne – diese üppige, schwere Rebsorte, deren Weine immer nach Rosmarin riechen. Spontanvergoren. Die Alte Roussanne ist ein bisschen die Antithese zum Clos du Belvedere, weil wir viel mehr zur Frucht und zur mediterranen Üppigkeit gehen und etwas weg von der mineralischen Schärfe. Die Roussanne ist sehr gourmand, cremig, reich, duftig. Die Nase macht keine Gefangenen, kommt auch im schlankeren Jahr 2024 mit satter Frucht von Melone, Garrigues, Anis und Rosmarinzweigen. Im Mund fast eine Süße ausstrahlend, obwohl der Wein natürlich Null Zucker hat, aber die Roussanne ist so cremig, fast buttrig im Antrunk, dass man den Eindruck bekommen kann. Der Jahrgang 2024 gleicht die Opulenz der Rebsorte etwas aus, schafft ein feines Spannungsfeld unter der dichten Gelbfruchtigkeit. Etwas Bitterorange im Nachhall. Wahnsinnig viel Druck in dieser dichten Aromatik, köstlich cremig, alles einnehmend. Eindeutig nicht die Rasse des Belvédère oder des normalen Châteauneuf Blanc erreichend, sondern definitiv kraftvoller und dichter. Eindeutig ein Speisenbegleiter zur provencalischen Küche, der sogar eine Lammschulter mit Honig glasiert begleiten kann. Das ist ein eleganter Vollgas-Wein par excellence. Wer klassische Südrhône sucht, der wird diesen großartigen Wein lieben.