Lobenberg: Der Corton Bressandes liegt unterhalb des östlich ausgerichteten Teils des Corton Charlemagne und noch unterhalb des Corton Renardes. Wir sind hier also ziemlich in der Hangmitte in überwiegender Ostexposition. Der Boden ist von Lehm durchzogener Kalkstein. Chandon hat das große Glück über ganze vier verschiedene Parzellen in unterschiedlichen Bereichen des Bressandes zu besitzen. Domaine-Besitzer François de Nicolay ist daher überzeugt, dass sein Bressandes eine der komplettesten Interpretationen dieser Lage darstellen kann, weil er alle Unterschiedlichen Aspekte zum Ausdruck bringen kann. Eine sehr feine und dennoch konzentrierte Nase, die mit Corton-typischer dunkler Würze unterlegt ist. Etwas Graphit, Goudron und schwarzer Tee lauern unter der schwebend-feinen roten Frucht. Süße und säuerliche rote Früchte geben den Takt vor, darunter blitzen auch rote Wildbeeren hervor. Sauerkirsche und Johannisbeere, daneben Waldhimbeere und sogar etwas wilde Erdbeere, auch ein wenig Walnuss daneben. Alles wirkt fein und getragen, eigentlich permanent schwebend und gleichzeitig viel Kraft und Dichte ausstrahlend, ohne ein Gramm Fett zu viel auf den Rippen. Eine Ballerina, die einen sehr harmonischen, spannungsgeladenen und einfach extrem eleganten, anmutigen Gesamteindruck erzeugt. Wow, ist das eine wunderschön verspielte, zarte und doch typisch würzige Corton-Nase! Der Mundeintritt ist dann ein verblüffend rassiges Feuerwerk in roter Frucht. Da kommt viel Johannisbeere und Sauerkirsche, druckvoll und Energie versprühend. Dieser Bressandes zeigt so viel Spannung und vibrierendes Spiel, dass es die reinste Trinkfreude ist. Unglaublich fein und verspielt für die Appellation und dennoch ist er terroirgetreu mit dieser dunklen Spur aus Graphitmineralik, Teer und Tee im Ausklang. Doch die so reifen, geschliffenen Tannine und die tänzelnde Rotfruchtigkeit des Chandon-Stils machen den Wein zu so einer saftigen Schönheit und einem komplexen Wunderwerk wie es wirklich nur die besten Cortons darstellen können. Ein bezaubernder Wein, weil er sicher eine der allerfeinsten Interpretationen dieser Lage überhaupt ist. Eine perfekte Vermählung aus dem druckvollen Power-Rückgrat der Corton Terroirs und dem unglaublich gourmanden Stil des Hauses. Die leichte Rustikalität, für die der Corton auch stehen kann, wird von dieser Feinheit und Verspieltheit beinahe komplett negiert. Was für ein überaus delikater und energetischer Pinot Noir. Der Jahrgang 2021 spielt dem natürlich voll in die Karten, denn es ist der feinste Jahrgang seit 2014. Unglaublich verspielt, rotfruchtig, vibrierend und sooo unglaublich zart und zugänglich für dieses Terroir. Ein Traum von einem Corton, wenn man denn diese unendliche Feinheit schätzt. 2020 und 2019 waren sicher die größeren Blockbuster daneben, aber 2021 ist so schick und geschliffen, so wunderbar charmant, dass man sich direkt verliebt. 96-97+/100