Auch »Sufreiral« ist ebenfalls eine für Cesar Marquez recht typische Cuvée aus Mencia, etwas Alicante Bouscet und wieder einem kleinen Teil weiße Sorten, die ein Mehr an Frische in diesen roten Blend mitbringen. Das ist quasi der dritte, rote Premier Cru. Ebenfalls rund 100 Jahre alte Reben und 12-monatiger Ausbau im gebrauchten Holz. Cesar gibt hier immer einen kleinen Anteil Rappen (20%) mit in die kurze Maischegärung, das gibt Frische und diese leicht grüne, ätherische Würze, die den Sufreiral immer auszeichnet. Grün, aber keinesfalls im Sinne von unreif, sondern sehr balanciert und einfach Struktur und eben Frische gebend. In der Nase strahlt das schon eine enorme Kühle aus, sehr kalkig-steinig mit leicht reduktivem Schleier, der die Frucht zunächst etwas verdeckt. Dann kommen mit etwas Luft rote Johannisbeere und Himbeere nebst Sauerkitrsche und Anklängen von Unterholz. Dann frisches Leder, etwas Eisen und hellem Tabak. Sehr klar aber. Am Gaumen dann mit frischer Säureader, die an Cranberry erinnert. Feine Kirschsüße, gezeichnet von floralen Akzenten, leichter Chilischärfe und wieder süßer Himbeere. Sehr vielschichtig und komplex, dabei aber so fein und irgendwo fast filigran bleibend. Die salzige Textur gibt ordentlich Schub, das geschliffene kalkige Tannin steht noch für Minuten am Gaumen. Tolle Pikanz und mineralische Strahlkraft. Ein überaus burgundischer Mencia, der von den drei roten Top-Weinen jetzt in der Jugend vielleicht am zugänglichsten ist. Schicker Stoff, bravo!