Ungewöhnlich für Casa Castillo ist der El Molar eine reine Garnacha aus Jumilla. Die kleinen Beeren werden mit einem hohen Anteil an Ganztrauben und Naturhefen vergoren – das erhält die Säure und gibt jene Mineralität, die als rettender Anker für Grenache unter südlicher Sonne fungiert. Der Ausbau erfolgt behutsam in gebrauchten 500-Liter-Tonneaus und großen Fudern. Das Ergebnis? Ein Châteauneuf-du-Pape aus Jumilla. In der Nase zeigt sich eine tolle, reife rote Frucht: Walderdbeeren, süße rote Kirsche und Balsamico, fein unterlegt mit trockenen Wildkräutern und einer Spur Orangenblüte. Im Mund ist er reif und süßlich, dennoch weder fett noch marmeladig. Die Mineralik verhilft ihm zu Frische und Ausdruck, während die extrem feinen, fast kreidigen Tannine für einen seidigen Grip sorgen. Er zeigt eine spannende Kombination aus mediterraner Wärme und einer fast schwebenden Textur, die in einem leicht salzigen, langen Finish mündet. Ein hochinteressanter Wein, der beweist, wie viel Eleganz und Trinkfluss in dieser heißen Region möglich sind.