Die Reben im Ungeheuer sind über 40 Jahre alt und wurzeln auf dunklen, vulkanisch geprägten Basaltböden direkt gegenüber des Kirchenstücks. Und doch zeigt das Ungeheuer seit jeher ein ganz eigenes Gesicht. Der Wechsel von den Deidesheimer Grands Crus hinüber nach Forst ist jedes Jahr klar spürbar. Die Deidesheimer wirken oft kalkiger, etwas heller und fruchtbetonter. In Forst übernimmt die rauchige Mineralität das Kommando. Das Ungeheuer bildet dabei die faszinierende Brücke zwischen beiden Welten. Es besitzt die Tiefe und dunkle Würze der Forster Lagen, zeigt aber gleichzeitig eine Fruchtoffenheit und Saftigkeit, die man eher aus Deidesheim kennt. 2025 scheint wie geschaffen für diese Lage. Die perfekte Reife des Jahrgangs verleiht dem Wein zusätzliche Fülle und Charme, ohne dass er jemals an Spannung verliert. Schon die Nase wirkt enorm konzentriert und dicht gewoben. Rauch, Feuerstein und kühle Reduktion stehen zunächst im Vordergrund. Dazu kommen geröstete Haselnüsse, etwas heller Tabak und feine Hefenoten. Erst nach einiger Zeit öffnet sich die Frucht. Reife Mango, Maracuja, gelbe Nektarine und etwas grüne Mandarine treten hervor. Dahinter schimmert immer wieder Ananas, aber alles bleibt vollkommen kontrolliert und niemals exotisch laut. Genau diese Mischung aus dunkler Mineralität und heller Tropenfrucht macht das Ungeheuer so faszinierend. Am Gaumen zeigt sich dann die ganze Größe dieser Lage. Die Textur ist dicht und nahezu burgundisch. Gleichzeitig zieht sich eine vibrierende Salzader durch den gesamten Wein. Genau das macht das Ungeheuer so unverwechselbar. Die Frucht wirkt großzügiger als im Pechstein, bleibt aber jederzeit fokussiert. Maracuja, reife Mango, Ananas und Yuzu treffen auf Rauch, Salz und dunkle Mineralität. Die Säure ist reif, aber voller Energie. Immer wieder wechseln sich saftige Tropenfrucht, salzige Mineralität und feine Zitruswürze ab. Der Wein scheint dabei permanent an Intensität zuzulegen. Was 2025 so beeindruckend macht, ist diese Kombination aus Körper und Spannung. Das Ungeheuer besitzt enorme Konzentration, wirkt aber niemals schwer. Die kleine Ernte des Jahrgangs hat ihm zusätzliche Tiefe verliehen, gleichzeitig bleibt er vollkommen präzise und voller Zug. Ein gewaltiger Wein, der dennoch über den Gaumen schwebt. Schicht um Schicht baut sich auf, ohne jemals an Eleganz zu verlieren. Der Name passt auch 2025 wieder perfekt. Das Ungeheuer ist ein Gigant. Kraftvoll, salzig, hochkomplex und mit einer geradezu dramatischen inneren Spannung. Einer dieser Rieslinge, bei denen man denkt, jetzt sei das Maximum erreicht – und dann legt der Wein noch einmal nach. Ein großer, monumentaler Forster Riesling mit schier endlosem Nachhall.