Dieser Falletto hat nichts mit der Ortschaft Castiglione Falletto gemein, sondern ist nach der Monopollage des Weingutes in Serralunga benannt. Die gesamte Weinbergsfläche von Giacosa umfasst hier 13 Hektar, in einem Amphitheater in Süd-Südwest Exposition. Diesen Wein gibt es als Falletto (di Serralunga), aus der Lage direkt unterhalb der großen Cru Lage Vigna Le Rocche di Falletto. Bruno fand bereits in den 1990er-Jahren, dass die Trauben im oberen Teil sogar noch elegantere Weine ergeben und dadurch besonders für den längeren Ausbau geeignet sind und ein besseres Alterungspotential haben. Deshalb schuf er einen separaten »Cru im Cru«, der in den besten Jahrgängen mit dem ikonischen »Red Label« auf den Markt gebracht wird. Der Wein aus dem oberen Teil der Lage wird jedoch immer separat ausgebaut und somit kommen aus der Lage Falletto di Serralunga immer zwei verschiedene Weine. Im Moment ist der Ort Serralunga übrigens der absolute Brennpunkt von Barolo, die besten Erzeuger von Giacomo Conterno, Altare, Vietti bis hin zu Gaja sind alle hier unterwegs, weil das Terroir so einzigartig ist. Und weil Serralunga diesen Spagat schafft, aus der maskulinen Seite von Castiglione Falletto und der Weichheit, der Eleganz aus Monforte. Der Wein wird in Tini vergoren, das sind traditionelle 50 HL fassende Holzfässer, die nach oben hin schmal zulaufen. Danach geht der Wein für 34 Monate in große Eichenfässer von Gamba aus französischem Holz und Stockinger aus slowenischem Holz. Nach weiteren sechs Monaten Flaschenlager kommt der Barolo Falletto di Serralunga dann als White Label auf den Markt. Leuchtendes Rubinrot. Die Nase ist herrlich erdig und dabei duftig und attraktiv. Sie erinnert in ihrer Intensität und Mineralik an einen Pommard. Hammer! Rote Waldbeere, ein Hauch weißer Lakritz und Vanille, intensives, rostiges Eisen, auch etwas frische Minze und feine, schwebende, getrocknete Kräuter. Blut und animalische Aromen kommen hinzu. Im Mund sind die Tannine griffig, werden aber von der beinahe verschwenderisch intensiven Kirschfrucht, die in diesem Jahrgang so typisch ist, gezähmt. Karger Kalkstein, ein Hauch Piment und weißer Pfeffer bleiben im Mund. Im Nachhall kommt sogar etwas weißer Pfirsich unter der dichten Tannin-Welle hervor, es bleibt die intensive eisenhaltige Mineralität Serralungas auf der Zunge. Dieser Wein ist monumental und intensiv – idealerweise braucht er mindestens fünf weitere Jahre im Keller, damit die Tannine harmonisch integriert werden. Ein großer Terroir Wein!