Der Winzer hinter Albamar, Xurxo Alba Padín, gilt als »Enfant Terrible« oder schlicht als Genie der Region. Seine Albarinos bringen die ungefilterte Energie des Atlantiks ins Glas. Xurxo Alba ist ein Verfechter des Terroirs. Er besitzt viele kleine Parzellen mit sehr alten Reben, die oft auf sandigen Böden direkt an der Küste Ría de Arousa stehen und von Meeresbrisen durchzogen sind. Seine naturbelassenen Weine haben Kultstatus in Spaniens Sommelierkreisen. Xurxo greift so wenig wie möglich ein. Er arbeitet mit spontaner Vergärung und lässt den Wein lange auf der Feinhefe liegen. Der Wein ist nach Xurxos Vater Pepe Luis benannt. Er war es, der die Grundlagen für das heutige Weingut legte. Xurxo widmet ihm nur die allerbesten Trauben aus den ältesten Parzellen des Familienbesitzes, die zwischen 60 und 80 Jahren alt sind. Es gibt jedes Jahr nur rund 3000 Flaschen von diesem Ausnahmewein. Ein weiterer entscheidender Unterschied: Während fast alle anderen Albamar-Weine zum Großteil in Edelstahl oder neutralen Fuderfässern ausgebaut werden, um die Frische zu bewahren, kommt beim Pepe Luis deutlich mehr Holz ins Spiel. Wir sind dennoch weit entfernt von starker Barrique-Aromatik, denn es sind gebrauchte 500-Liter-Tonneaux. Der Pepe Luis ist der dichteste und konzentrierteste Wein des Hauses, das wird schon im Duft klar. Üppig und gelbfruchtig drückt er aus dem Glas mit Quittenschale, Fleur de Sel, weißem Pfeffer, Reneclaude. Man könnte ihn im ersten Eindruck auch für einen großen Wachauer Veltliner halten. Im Mund wird diese Idee aber schnell obsolet, denn hier ist die rasante Säurespur und die berstende Salzigkeit des Rias Baixas sofort präsent. Er hat eine fast ölige, dichte Textur am Gaumen, die sofort von der salzigen, vibrierenden Säure wieder eingefangen wird und nicht in die Breit läuft. Meersalz, Alge, weißer und grüner Tee, Rauch, grüne Mandarine. Der Wein steht für Minuten auf der Zunge! Er ist nicht so karg wie der O Pereiro, weil er durch seine üppige Konzentration viel mehr Schub mitbringt. Das ist ein gewaltiger Albarino, der irgendwo zwischen großem Veltliner, Burgunder und Atlantik-Freakwein changiert. Das ist ganz weit oben in der Region, aber völlig eigenartig.