Bodega Lanzaga – Telmo Rodriguez: Rioja La Estrada 2022

Bodega Lanzaga – Telmo Rodriguez: Rioja La Estrada 2022

BIO

Holzkiste

Zum Winzer

Tempranillo 80%, Diverse 20%
rot, trocken
14,0% Vol.
Trinkreife: 2028–2055
Verpackt in: 6er OHK
strukturiert
seidig & aromatisch
pikant & würzig
Lobenberg: 99/100
Suckling: 97/100
Jeb Dunnuck: 97/100
Spanien, Rioja, Rioja Alavesa
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Rioja La Estrada 2022

99
/100

Die Nase fängt an mit Menthol und Minze hinter Eukalyptus. Und obwohl keine Grenache drin ist, haben wir ein bisschen Orangenzesten, dann kommen satte Schwarzkirsche, helle Lakritze und helle Schokolade. Auch ein bisschen dominikanische Tabake. Der Mund ist schwarz und verbrannt, aber nicht süß, sondern sehr geradeauslaufend. Aber immens in der Aromatik! Hochgradig konzentrierte schwarze Kirsche mit leichter Bitternote dahinter. Leicht bittere, hochintensive Cassis und dunkelschwarze Maulbeere. Das Ganze mit Estragon und Kräutern der Provence unterlegt, mit Garrigue-Würze. Aber alles bleibt schlank, nichts ist süß, sondern nur extrem geradeaus, mit einer immensen Mineralik und einer großen Salzspur immer geradeauslaufend. Ein richtiger Kracher mit extrem sattem, aber feinem Tanningerüst. Die Tannine sind nicht spröde, sie sind komplett reif, aber es gibt reichlich davon. Trotzdem bleibt der Wein schlank, wie alle Weine dieser beiden Ausnahmewinzer. Eleganz und Frische sind immer die Dominante. Der Wein steht für Minuten. Er erhebt nicht den Anspruch, ein charmanter Wein sein zu wollen – es ist ein großer, extrem feiner Tempranillo, außerhalb der klassischen Bewertungskriterien der Rioja, dafür fehlt ihm absichtlich das süße Fleisch. Aber er hat diese immense Länge mit einer fast an Schlehe erinnernden, süßsauren Pikanz. Je länger man ihn probiert, desto mehr weicht der Bitterstoff zugunsten dieses extremen Fokus auf Süße, Säure und Schwarzkirsche. Der Wein wird mit Luft immer komplexer. Das ist großer Stoff! *** La Estrada ist ein nur 0,64 Hektar großer Weinberg, insgesamt gibt es nur 1.900 Flaschen. 1960 angelegt, mittlerweile stehen hier sehr alten Tempranillo-Buschreben, zwischendrin findet man rund fünf Prozent Graciano. Ostexposition auf 600 Höhenmetern. Dieser Wein war das Rückgrat des früheren Altos de Lanzaga, weil die Weine von hier so konzentriert sind. Im Weingut werden die Trauben entrappt, die Maische anschließend im offenen Holzbottich vergoren. Der Ausbau geschieht im Holzfuder für 14 Monate.

Jahrgangsbericht

Der Ausnahme-Jahrgang 2022 gilt in Spanien als historischer Meilenstein. Trotz Rekordhitze bestechen die Weine dank kühler Sommernächte mit verblüffend tiefen pH-Werten, spektakulärer Säurefrische und seidigen Tanninen – eine grandiose, perfekt balancierte Dichte auf Augenhöhe mit dem großen Bordeaux-Jahrgang.

97
/100

Suckling über: Rioja La Estrada

The blackberry, mineral, crushed stone, violet and chalk aromas are very compelling. Medium-bodied with fine, firm tannins and a crunchy finish. Linear and racy. Better in two or three years, but it’s already delicious.

97
/100

Jeb Dunnuck über: Rioja La Estrada

From a micro-plot of only 0.64 hectares (as stated on the label), the 2022 La Estrada is super-structured and mineral-driven and should age exceptionally well, 20-30 years or more. An old-vine field blend of Tempranillo and Graciano planted in the 1940s in limestone soils and organically farmed, it offers sublime texture, slatey and crushed rock-like. Dried herb hints around the midpalate of silky tannin, blue fruit, and fresh acidity, with lovely, medium-bodied, well-balanced finesse. But what you'll remember most is the ample elegance and mouthfeel.

Mein Winzer

Bodega Lanzaga – Telmo Rodriguez

Spaniens Super-Star der Weinszene, der Baske Telmo Rodriguez, begann seinen steilen Aufstieg zum vielseitigsten, umtriebigsten und vielleicht besten spanischen Winzer als "junger Wilder" und "Wein-Revoluzzer" zu Beginn der 90er Jahre.

Rioja La Estrada 2022